Hexe als Irreführerin

From Pasakas un teikas
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Vor vielen Jahren hörte man einmal am steilen Ufer des Vaidava-Flusses in der Nähe des Lielanči-Hofes von Jaunroze einen Menschen mit kläglicher Stimme rufen: "Leute, liebe Leute rettet mich, sonst ist es gleich aus mit mir!" Es war eine dunkle Herbstnacht und so gegen Mitternacht. Ein paar Menschen allein wagten nicht, sich an die Stelle zu begeben, deshalb versammelten sich viele Leute und eilten zu Hilfe. Groß war ihre Überraschung: ein fremder Mann war auf zwei abgebrochene Tannen aufgefahren: selbst war er in den Zweigen hängen geblieben, sein Pferd und sein Wagen hingen über dem Abgrund. Mit großer Mühe gelang es den Leuten, den halb toten Mann und das halb tote Pferd zu befreien. Sobald der Mann ein wenig zu sich gekommen war, erzählte er, dass ihm in der Nähe des Hexenberges Hexen auf der Landstraße entgegengetreten seien. Sie hätten ihn so lange irregeführt, dass er schließlich ganz verwirrt gewesen sei und erst dann wieder aufgerüttelt worden sei, als sein Pferd, etwa eine Werst vom Hexenberg entfernt, auf die zwei Tannen aufgefahren und zwischen den Zweigen hängen blieben, während der Wagen auf den beiden Stämmen wie auf einer Brücke stehen geblieben sei und er selbst sich in den Zweigen verfangen habe. Selbst habe er sich nicht mehr befreien können und wäre gewiss elend umgekommen, wenn man ihn nicht befreit hätte.

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