Der Alb von unbestimmter Gestalt

From Pasakas un teikas
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Die Korndarren der Laukumuiža von Rudbārži werden auch die Korndarren des Teufels genannt. Einmal blieben zwei Fronarbeiter, welche die Darröfen heizen mussten, über Nacht in der Korndarre. Sie legten sich schlafen: der Eine lag neben dem Ofen, der Andere in der Nähe der Tür. Nach einer Weile hörte derjenige, der neben dem Ofen lag, dass sein Kamerad röchelte und um Hilfe rief. Gleich sprang er auf und wollte Feuer anzünden, aber sobald er es angemacht hatte, ging es sofort wieder aus. Nichts zu machen — er lief hinaus, um Hilfe herbeizuholen. Die Gutsleute mit dem Vogt an der Spitze zündeten Windlaternen an und eilten zur Korndarre. Aber sobald sie die Tür öffneten, wurden ihre Laternen ausgelöscht. Was Sie begannen geistliche Lieder zu singen und sich zu bekreuzigen, und nun gingen die Laternen nicht mehr aus. Sie erblickten den Unglücklichen, der an den Beinen an die Darrbalken hinaufgezogen war und nur noch ein wenig lebte. Er konnte nur noch sagen, dass ein schwarzes Knäuel zur Tür hereingerollt gekommen sei und ihm zugerufen habe: "Was liegst du vor der Tür, wo jeder ein- und ausgehen muss! Kannst du nicht woanders schlafen?" Gleich darauf habe sich jemand wie ein Bleiklumpen auf seine Brust gelegt und er habe gefühlt, wie er nach oben gezogen wurde. Man habe ihn so lange gequält, bis die Leute mit Laternen die Korndarre betreten hatten. Sobald der Schwarze das Licht bemerkt habe, habe er sich fortgemacht, nachdem er ihm noch zugerufen habe: "Das wird dir eine Lehre und den Anderen eine Mahnung sein, nicht mehr vor der Tür zu liegen!"

Der gequälte Mann lebte noch ein wenig und ist dann gleich gestorben.

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