Der Alb von unbestimmter Gestalt

From Pasakas un teikas
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Einmal ging der Pächter des Blome-Gutes an den Schuppen, in dem die Dreschmaschine stand. Es war eine stille Sommernacht. Die Pferde weideten auf dem abgemähten Kleefeld, und der Pächter passte auf, dass sie nicht auf die Getreidefelder gingen. Dabei war er sehr müde geworden und der Schlaf drohte ihn zu übermannen. Auf einmal aber hörte er, dass in dem Schuppen etwas zu heulen und zu zischen begann. Der Schläfer achtete nicht darauf und war bald fest eingeschlafen. Aber es war ihm nicht vergönnt lange zu schlafen, denn etwas Sonderbares, Weiches und Behaartes wälzte sich auf seine Beine und rollte dann auf seine Brust. Es war so schwer, dass er sich nicht bewegen und kaum noch Luft holen konnte. Es lag auf seiner Brust, und heißer Atem schlug ihm ins Gesicht. Der Schläfer setzte sich auf und schaute sich um, aber alles war ruhig und still. Da drehte er sich auf die Seite und schlief wieder ein. Aber da begann es in dem Schuppen so laut zu heulen und zu zischen, dass er nicht schlafen konnte. Das Dach des Schuppens krachte, die Tür klapperte, obwohl es windstill war. Der Schläfer merkte sehr wohl, dass es nicht mehr geheuer war. Er entfernte sich einige Schritte von dem Schuppen und legte sich neben einem Kleehaufen hin. Nun hörte er nichts mehr: in der Scheune zischte es nicht, und das Dach krachte auch nicht mehr.

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