Der Alb plagt das Vieh

From Pasakas un teikas
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Wenn ein böser Mensch stirbt, dann geht sein Geist gleich an die Werke, die der Mensch zu seinen Lebzeiten tun wollte oder auch bereits getan hatte. Die Geister von Zauberern und Hexen betätigen sich als Alben, die mitunter das Vieh, aber oft auch die Menschen plagen. Einmal hörte ich, wie eine Bäuerin ausrief: "Gott barmherziger, jetzt werden wir unsere liebe Not haben, die verstorbene M. wieder loszuwerden! Im Leben hatte ich sie oft erzürnt. Wenn sie sich dafür jetzt rächen will, dann soll Gott uns gnädig sein." Einmal sagte die Bäuerin zu den Frauen der Knechte: "Wisst ihr was, Frauen? — Als ich heute Morgen in den Stall kam, fand ich eine meiner Kühe so nass, als hätte man sie aus dem Teich gezogen. Dabei war sie auch noch so matt, geradezu wie krank weder wollte sie fressen noch wiederkäuen. Da dachte ich mir gleich: nun ist es nicht mehr geheuer. Und richtig: jetzt erfahre ich, dass die alte M. gestern gestorben ist." Dieselbe Bäuerin rief ihrem Mann zu, der zur Mittagszeit aus dem Wald zurückgekommen war:

"Geh nun gleich in den Stall, lieber Mann, jetzt haben wir einen Alb mehr — gestern Abend ist die alte M. gestorben. Schon in der vergangenen Nacht hat sie wie der Teufel selbst in unserem Stall getobt. Zeichne nun gleich ein neunzackiges Albkreuz (auf die Tür)."

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