Der Alb in Menschengestalt

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

In alten Zeiten pflegte der Alb, der in der Korndarre des Cimbuļi-Hofes der Annēnieši-Gemeinde hauste, die Drescher zu plagen, wenn sie sich schlafen gelegt hatten. Eines Tages legte sich einer der Drescher, bevor er sich zur Ruhe begab, den Dachskamm auf die Brust. Kaum war er eingeschlafen, da war auch der Alb schon gleich zur Stelle und begann sich zu wundern: "Das ist doch nicht mein Reitpferd, ich hatte keinen solchen Sattel. Nun muss ich suchen, wo mein Reitpferd geblieben ist!" Der Alb eilte davon, und seitdem hatten die Drescher in der Korndarre ihre Ruhe. Im Lejas krogs von Bānūži lebte früher ein Wirt namens Bērziņš. Der Alb hatte ihn zu seinem Reitpferd auserkoren: sobald er sich schlafen gelegt hatte, war eine fremde Jungfrau zur Stelle und zerrte ihn aus dem Bett, ganz gleich ob er strampelte, schrie oder um sich schlug. Nach Mitternacht aber verschwand das Mädchen. Aber dann füllten Trinker das Gasthaus, die tranken und tanzten, bis der Morgen dämmerte. Als der Wirt das alles hörte — denn sehen konnte man nichts — zitterte er am ganzen Leib, und der Schweiß trat ihm aus allen Poren.

Auch die Mutter meiner Mutter hat erzählt, dass einmal der Alb sie gequält habe. — Ein weißer Kerl habe sie so gedrückt, dass sie weder Luft holen noch ein Wort herausbringen konnte. Wie lange der Alb auf ihr gelegen habe, daran konnte sie sich nicht mehr genau erinnern, aber es habe eine ganze Weile gedauert, und schließlich habe das Hirtenmädchen sie geweckt, das wusste sie noch.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox