Der Teufel als Alb

From Pasakas un teikas
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Ganz am Anfang, in der neunten Werst der Straße von Kandava nach Sabile befindet sich zur rechten Hand auf dem Grund des Rēdnieki-Hofes eine tiefe und breite Schlucht, durch die ein kleiner Bach fließt.

In alten Zeiten, als die Teufel noch auf der Erde wandelten, befand sich an der Stelle der heutigen Schlucht ein Berg. Manchmal waren die Teufel gut, aber manchmal waren sie harte und strenge Richter. Eines Tages hatten die Leute des Rednieki-Hofes den Teufel sehr verärgert, weil sie auf der Tür der Korndarre ein Albkreuz aufgezeichnet hatten, damit es dort nicht spuke. Der Teufel wollte gerade die Korndarre betreten, um die Flachsbrecher zu erschrecken, als er das Albkreuz erblickte und erschrak. Er wagte nun nicht mehr, die Korndarre zu betreten. Zornig lief er davon. In der nächsten Nacht erschien er wieder, denn er wollte die Männer erschrecken, aber wieder fürchtete er sich vor dem Albkreuz. Er kam auch in der dritten Nacht, aber nun ging er nicht mehr zur Korndarre, sondern auf den Berg. Dort begann er Erde zu schaufeln und sie in die Abava werfen. Er wollte einen Damm errichten und den Rednieki-Hof dafür, dass die Leute Albkreuze auf die Tür gemalt hatten, von dem Fluss überfluten lassen. Er trug große Lasten Erde herbei, aber plötzlich krähte der Hahn. Der Teufel musste die Flucht ergreifen. Er ließ seine Arbeit unvollendet. Das Wasser spülte die Erde fort, nur etwas davon ist noch zurückgeblieben.

(Nicht weit vom Rēdnieki-Hof sieht man in der Abava noch heute eine kleine Insel — das ist der Rest der von dem Teufel herbeigeschleppten Erde.)

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