Einer, der Geld vergraben hat, will es selbst wieder ausgraben

From Pasakas un teikas
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Es lebte einmal ein reicher Mann. Er hatte sechs Kinder und viel Geld. Er hatte aber beschlossen, sein Geld weder seiner Frau noch seinen Kindern zu hinterlassen, sondern es zu vergraben. Kurze Zeit darauf wurde er krank. Eines Abends kamen zwei Wandergesellen und baten um Nachtlager. Die Bäuerin nahm sie auf, bewirtete sie, bereitete ihnen ein Schlaflager im Heuschuppen und schickte sie in den Schuppen zum Schlafen. Der eine Wandergeselle schlief sofort ein, der Andere blieb noch wach. Durch die Türritze sah er einen Mann kommen. Als er genauer hinsah, erkannte er den kranken Bauer. Er hatte Geld in seinen Rockzipfel geschüttet und warf es nun in die Grube, die er nicht weit von dem Schuppen ausgehoben hatte. Dann ging er wieder davon. Da eilte der Wandergeselle hinaus, nahm eine Handvoll Geld und kehrte damit in die Scheune zurück. Bald darauf kehrte der Bauer mit noch mehr Geld zurück, das er ebenfalls in die Grube schüttete. Wieder holte sich der Wandergeselle eine Handvoll Geldes. Da kam der Bauer ein drittes Mal und brachte sein letztes Geld und warf es in die Grube. Dann zog er ein Kreuzzeichen darüber und sagte: "Liege nun, mein Geldchen, bis dieselbe Hand, die dich in die Grube geschüttet hat, dich wieder herausholen wird!"

Am nächsten Morgen setzten die Wandergesellen ihren Weg fort. Drei Tage später starb der kranke Bauer und ließ seine Frau und seine Kinder in großer Not zurück. Ein Jahr später kehrte einer der Wandergesellen wieder auf dem Bauernhof ein und fragte die Bäuerin, wie es ihr ginge. Die Bäuerin war sehr betrübt und erzählte ihm, dass ihr Mann inzwischen gestorben sei. Er habe sie in großer Armut zurückgelassen, obwohl sie genau wisse, dass er Geld genug gehabt habe. Wahrscheinlich habe er das Geld vergraben. Der Wandergeselle wollte sie heiraten. Anfang wollte die Frau nichts davon wissen. Aber er ließ nicht locker und schließlich feierten sie Hochzeit. Nach der Hochzeit erzählte der Wandergeselle seiner Frau, was er in jener Nacht in dem Schuppen gesehen und gehört hatte. Sie begaben sich beide zum Friedhof und gruben den Leichnam des verstorbenen Bauern aus. Sie schnitten ihm eine Hand ab. Dann kehrten sie an die Geldgrube zurück, zogen mit der (abgeschnittenen) Hand ein Kreuzzeichen und holten das Geld heraus. Jetzt hatten sie Geld genug und konnte in Wohlstand leben.

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