Einer, der Geld vergraben hat, will es selbst wieder ausgraben

From Pasakas un teikas
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Ein Vater lag im Sterben. Da er sein erspartes Geld so verstecken wollte, dass niemand es finden sollte, schickte er alle aufs Feld und sagte, er fühle sich noch recht wohl und werde wohl gar nicht so schnell sterben. Sein ältester Sohn sah ihm jedoch an, dass er eine heimliche Absicht hatte und dass seine Stunden gezählt waren. Deshalb begab er sich nicht aufs Feld, sondern kletterte auf einen Baum, der in der Nähe des Hauses stand. Nach einer Weile kam der Vater mit einem Spaten aus dem Haus und begann gerade unter dem Baum, auf dem der Sohn saß, eine Grube zu graben. Dann ging der Vater wieder ins Haus und kehrte bald darauf mit einem großen Geldtopf zurück. Er versenkte den Geldtopf in die Grube, schüttete sie zu und sprach: "Liege nun, mein Geldchen, liege nun! Das Händchen, das dich vergraben hat, soll allein dich herausholen!" Dann sah er sich nach allen Seiten um und eilte wieder ins Haus. Der Sohn beeilte sich, das Geld auszugraben, bevor die anderen Leute heimkamen. Aber sobald er den Topf herausholen wollte, sank das Geld klingend wieder in die Grube zurück. Er quälte sich lange so ab, bis ihm plötzlich die Worte des Vaters einfielen: "Das Händchen, das dich vergraben hat, soll dich allein herausholen!" Er ging ins Haus, nahm den toten Vater auf die Schultern und brachte ihn zu der Grube. Jetzt nahm der Sohn den Geldtopf nicht mit seinen, sondern mit den erstarrten Händen seines Vaters. So kam er zu den vergrabenen Ersparnissen seines Vaters. Er brachte den Vater ins Haus zurück und schüttete dann die Grube zu. Die Anderen, die vom Feld zurückkehrten, merkten nicht, was inzwischen zu Hause geschehen war.

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