Einer, der Geld vergraben hat, will es selbst wieder ausgraben

From Pasakas un teikas
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Ein Vater und ein Sohn kamen nicht gut miteinander aus. Der Vater war alt und schwach. Der Sohn verhöhnte ihn und gab ihm oft nicht zu essen. Der Sohn liebte, Schnaps zu trinken, der Vater war ziemlich geizig. Der Vater hatte erspartes Geld, das er seinem Sohn nicht gab. Wegen des Geldes lebten sie in Unfrieden. Der Vater kränkelte seit langer Zeit, aber er starb und starb nicht. Der Sohn wartete auf den Tod des Vaters. Einmal begab sich der Vater zur Korndarre. Der Sohn hatte es bemerkt. Leise schlich er an das Korndarrenfensterlein, um zu sehen, was der Vater in der Korndarre tun würde. Der Sohn hegt schon lange Befürchtungen, dass der Vater sein Geld vor dem Sterben verstecken oder vergraben könnte. Deshalb bewachte er jeden Schritt des Vaters. Und wahrhaftig: er sah, dass der Vater ein Geldsäckchen in der Asche des Darrofens verscharrte, wobei er das Vaterunser sprach und schließlich sagte: "Nur dieselbe Hand, die es verscharrt hat, soll es wieder herausholen können." Der Sohn, der am Korndarrenfensterlein stand sah, und hörte alles. Als der Vater aus der Korndarre kam, versteckte sich der Sohn und beobachtete, wohin der Vater gehen wird. Der Vater kehrte ins Haus zurück. Da stürzte der Sohn Hals über Kopf in die Korndarre zum Darrofen! Dort betete er das Vaterunser und sprach die anderen Worte, aber es half nichts: er konnte das Geld nicht finden. Bald darauf starb der Vater. Der Sohn nahm den toten Vater auf die Schultern, trug ihn zur Korndarre, setzte ihn vor dem Ofen ab und betete ein Vaterunser. Dann nahm es die Hand des verstorbenen Vaters und scharrte damit in der Asche, indem er sprach: "Dieselbe Hand, die es verscharrt hat, soll es wieder hervorholen!" Beim dritten Mal fand er das verscharrte Geldsäckchen.

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