Für vergrabenes Geld wird Menschenleben verlangt

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Ein hochbetagter reicher Geizhals legte 999 Taler,9 Orte,9 Fünfer, 9 Sechser, 9 Mark, 9 Ferdinge und 9 Groschen in einen Krug und trug ihn um die Geisterzeit (Manenzeit) bei nebeligem Wetter zu einer hohlen Eiche, um ihn zu vergraben. Aber ein Knecht, der, die Absicht gemerkt hatte, war schon vorher auf die Eiche gestiegen und hatte sich im Gezweige versteckt. Der Geizhals vergrub seinen Schatz und sprach dazu folgenden Zauber: nur der sollte den Schatz heben dürfen, der an seine Stelle neun Menschenköpfe legen würde. Aber kaum hatte er diese Zauberworte zu Ende gesprochen, als der Knecht im Wipfel der Eiche rief: "Neun Hahnenköpfe sollen genügen." — "Nein, lieber Gott, neun Menschenköpfe muss er niederlegen", beharrte der Zauberer. "Neun Hahnenköpfe sollen genügen." — "Nein, lieber Gott, neun Menschenköpfe muss er niederlegen!" — "Neun Hahnenköpfe sollen genügen!" — "Nun, wenn du, Gott, es sagst, so mag es genügen," erwiderte zuletzt der Geizhals und ging heim, aber er hatte vor Gott einen solchen Schreck bekommen, dass er am nächsten Tage starb. Jetzt dachte der Knecht: "Dummes Zeug! Da werde ich erst noch Hahnenköpfe hintragen, ich hole mir das Geld so!" Gut, er grub es aus. Aber was geschah! Kaum hatte er den Krug berührt, als ihm sein Kopf umgedreht wurde, sodass der Nacken gegen die Brust, die Augen zum Rücken schauten. Nur unter großen Qualen gelang es ihm, den Krug zurückzulegen und zu verscharren. Sobald er das getan hatte, trat der Kopf wieder an seine Stelle. Aber, es gelüstete ihn doch, den Schatz zu erbeuten. Deshalb schlachtete er neun Hähne und trug ihre Köpfe hin. Daraufhin hatte er keine Schwierigkeiten den Krug zu heben.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox