Für vergrabenes Geld wird Menschenleben verlangt

From Pasakas un teikas
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Es lebte einmal ein sehr, sehr geiziger Bauer. Weder sich selbst noch seinem Sohn gönnte er einen besseren Bissen. Sein Gesinde hielt es selten länger als einen Monat bei ihm aus. Einem Wanderer oder einem Bettler gab er nie ein Stückchen Brot, er hetzte sie vielmehr mit Hunden von seinem Hof. Bei so sparsamer und geiziger Lebensführung hatte er viel Geld erspart, aber niemand wusste, wo er seine Ersparnisse aufbewahrte. Als der alte Bauer spürte, dass sich seine Sterbestunde näherte, wurde er unruhig. Sein Sohn bemerkte sehr wohl die Unruhe des Vaters. Er ging hinaus, kletterte auf eine dichtbelaubte Linde und wollte von dort aus das Tun des Vaters beobachten. Nach einer Weile kam auch der Vater heraus: in der einen Hand hielt er einen Spaten, in der anderen trug er einen irdenen Topf. Lange drehte er sich auf der Stelle und sah sich unschlüssig um. Schließlich trat er an die Linde, auf der sein Sohn saß, und begann zu graben. Er vergrub sein Geld, trat die Erde fest und sprach: "Wer dieses Geldchen ausgraben will, der muss an dieser Stelle neun Menschenleben opfern!" Der Sohn auf dem Baum hört es und sagt: "Neun Hühnerleben werden genügen!" Der Vater wollte nicht nachgeben und widersprach noch lange, aber schließlich stimmte er doch zu: "Nun, wenn du lieber Gott, es so haben willst, so soll es bei neun Hühnerleben bleiben!" Dann ging er ins Haus, legte sich ins Bett und stand nicht mehr auf. Der Sohn schlachtete neun Hühner unter der Linde an der Stelle, wo das Geld vergraben war, grub das Geld aus und wurde sehr reich.

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