Für vergrabenes Geld wird Menschenleben verlangt

From Pasakas un teikas
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Ein Bauer spürte, dass sein letztes Stündlein nicht mehr weit war. Da er nicht wollte, dass sein erspartes Geld in fremde Hände kam, weil er selbst keine Kinder und keine nahen Angehörigen hatte, vergrub er es. Als er von seinem Geld Abschied nahm, bestimmte er: "Demjenigen, der drei Menschenköpfe opfern wird, soll mein Geld gehören!" Ein Knecht des Bauern, der sich in der Nähe versteckt hielt, sagte darauf: "Es wird auch mit drei Zaunlatten genug sein!" Der Alte erschrak sehr, denn er glaubte, Gott selbst habe zu ihm gesprochen. Trotzdem wagte er einzuwenden: "Nein, Herr, ich habe sie selbst sauer verdienen müssen, lassen wir es bei drei Menschenköpfen." "Und ich sage dir, dass drei Zaunlatten genügen!" Da sagte der Alte: "Nein, Herr, dann wenigstens drei Kükenköpfe!" Jetzt wurde der unsichtbare Redner zornig und rief: "Du eigensinniger Alter, ich sage dir, dass drei Zaunlatten genügen!" Nun erschrak der Alte so sehr, dass er nur noch zu sagen vermochte: "Herr, dein Wille geschehe!" Dann eilte er nach Hause und starb noch am gleichen Tag. Der Knecht holte drei Zaunlatten, legte sie kreuzweise über die Grube und holte das Geld hervor.

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