Für vergrabenes Geld wird Menschenleben verlangt

From Pasakas un teikas
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Früher pflegten die alten Leute ihr Geld vor ihrem Tode zu vergraben. Ein Vater, der sein Leben lang gearbeitet hatte, hatte Geld erspart. Als er krank wurde, schleppte er sich trotz seiner Schwäche in den Wald, schaufelte unter einer Tanne eine Grube und ging dann wieder nach Hause. Sein Sohn, der immer den Vater im Auge behielt, um zu sehen, wo er sein Geld verstecken wollte, begab sich ebenfalls in den Wald und fand die frisch geschaufelte Grube. Da begriff er sogleich, dass der Vater die Grube geschaufelt hatte, um darin sein Geld zu verstecken. Als der Vater kurz darauf sterbenskrank wurde, schleppte er sich mit seinem Geldtöpfchen in den Wald und vergrub es, wobei er bestimmte: "Nur derjenige, der an dieser Stelle zwölf Köpfe hinlegen wird, wird das Geld bekommen können." Der Sohn war schon vorausgeeilt und auf die Tanne geklettert. Als er die Worte hörte, die der Vater beim Vergraben des Geldes sprach, fragte er: "Zwölf Fischköpfe?" "Zwölf Köpfe!“, erwiderte der Alte. "Zwölf Fischköpfe?“, fragte der Sohn, der auf der Tanne saß. "Das soll nach deinem Willen geschehen, lieber Gott“, antwortete der Alte und ging nach Hause. Zu Hause angekommen legte er sich wieder ins Bett und starb kurz darauf. Er wurde gewaschen und bekam saubere Kleider angezogen. Dann legte man ihn in den Sarg, brachte ihn zum Friedhof und begrub. Danach ging der Sohn zum Fluss, angelte zwölf Fische, schnitt ihnen die Köpfe ab und brachte sie zu der Stelle, an der sein Vater das Geld vergraben hatte. Nun bekam er das Geld.

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