Teufel bewachen das Geld

From Pasakas un teikas
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In der Gemeinde Briņķi, Kr. Aizpute gibt es den Bauernhof Kvaši. Auf jenem Hof lebte einmal ein Mann, der sehr stark und mutig war. Einmal hatte er beobachtet, dass am Waldrand neben einem großen Stein nachts ein Feuerchen loderte. Da machte er sich in der Johannisnacht auf, um nachzusehen, was dort geschah. Als er herangekommen war, sah er: ein großer schwarzer Mann steht mit einem Schürholz in der Hand und schürt glühende Kohlen auf einer Pfanne. Der Mann grüßte den Fremden. Aber der Fremde brummte nur, ohne ein Wort zu sagen. Der Bauer sagte noch: "Reich mir doch wenigstens etwas Feuer, damit ich meine Pfeife anzünden kann." Der Schwarze aber, der der Teufel selbst war, antwortete kein Wort darauf und stocherte weiter in den Kohlen herum. Da nahm der Bauer selbst ein Stück Kohle, um seine Pfeife anzuzünden, aber da schlug der Teufel ihm mit dem Schürhaken so auf die Finger, dass die Kohle wieder zu Boden fiel. Nun wollte der Bauer die Pfanne ergreifen, aber der Teufel riss sie ihm aus der Hand, steckte sie unter den Stein und verschwand. Am nächsten Morgen begab sich der Bauer wieder zu der Stelle und fand anstelle der heruntergefallenen Kohle einen Rubel. In der Johannisnacht ein Jahr darauf stärkte er sich zuerst im Wirtshaus und begab sich dann wieder zum Waldrand, wo er an derselben Stelle ein Feuerchen schimmern sah. Er geht hin und sieht: derselbe Mann trocknet Geld. Wieder bot er ihm einen guten Abend, aber der Schwarze dankte auch diesmal nicht für seinen Gruß. Da schrie er ihn an: "Mann, was tust, du hier?" Aber der Teufel schwieg. Da ergriff der Mann die Pfanne mit beiden Händen, hob sie auf die Schulter und rannte nach Hause. In demselben Augenblick brach ein furchtbarer Sturm aus, der ihn fast zu Boden warf; aufgewirbelter Sand und Staub machten ihn fast blind. Der Teufel selbst rief hinter ihm her: "Mann, Mann, gib mir meine Pfanne zurück!" Aber der Mann sah sich nicht um und erreichte glücklich das Hoftor. Da er mit beiden Händen die Pfanne halten musste, konnte er das Tor nicht öffnen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als über den Zaun zu klettern, aber dabei drehte er sich um und schaute unwillkürlich zurück. In demselben Augenblick, da er zurückblickte, riss ihm der Teufel die Pfanne aus der Hand. Der Bauer riss dem Teufel wenigstens die Mütze vom Kopf und hob in seinem Zorn die eine Ecke des Vorratshauses an. Dann steckte er die Mütze des Teufels darunter, ging ins Haus und legte sich schlafen. In der Nacht kam der Teufel an sein Fenster und hörte nicht auf zu schreien: "Mann, gib mir meine Mütze wieder, sie wird dir keinen Segen bringen!" Aber der Bauer ging nicht hinaus. Am nächsten Morgen ging er zusammen mit seiner Frau zum Vorratshaus, um nachzusehen, was unter der Ecke des Hauses lag. Zur Strafe hatte der Teufel dem Bauer Läuse auf den Hals geschickt: ein ganzes Jahr konnte er sie nicht loswerden. Ein Jahr darauf ging der Bauer in der Johannisnacht wieder zum Waldrand, aber er fand dort nichts mehr. Aus dem Walde aber hörte er Gelächter und jemand rief: "Bauer, willst du nicht Geld haben? ha, ha, ha!"

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