Teufel bewachen das Geld

From Pasakas un teikas
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Auf dem Radziņi-Hof der Gemeinde Naudīte lebte zur Zeit der Leibeigenschaft ein Mann namens Zanders, der sehr geldgierig war. Einmal war er auf dem Gutshof, um Fronarbeit zu leisten. Die Drescher hatten gerade eine Tenne fertig gedroschen, neues Getreide ausgebreitet und sich dann in der Korndarre schlafen gelegt. Plötzlich betrat ein Herr die Korndarre, ging auf Zanders zu und weckte ihn: "Zanders, Zanders, steh auf und komm heraus!" Der Angerufene sprang auf und lief ohne Mütze hinaus. Er hatte auch keine Strümpfe an, sondern nur ein Pelzchen auf den Schultern. Draußen sagte der Fremde zu ihm: "Höre, Zanders, komm gleich mit mir mit! Ich werde dir viel Geld geben. Aber dafür musst du mir entweder ein Huhn oder ein Küken geben." Der Mann wollte das Geld gern haben. Deshalb überlegte er nicht lange, sondern war gleich bereit mitzugehen. Draußen war es recht kalt. Deshalb bat er den Fremden, er möchte ein wenig warten, er wolle sich nur Strümpfe anziehen. Aber der Fremde zog gleich Strümpfe und Mütze aus seiner Rocktasche. Jetzt konnte Zanders gleich mitgehen. Der Fremde brachte ihn in den Wald, zeigte ihm einen großen Geldhaufen und sagte: "Nimm nur, soviel du nur tragen kannst!" Dem Mann wurde fast schwindlig, als er die vielen schönen Taler sah. Er ließ sich nicht zweimal bitten und raffte zusammen, soviel er nur konnte. Da brachte der Teufel (denn der Fremde war der Teufel selbst) den Mann zu einem Bauernhof, führte ihn an ein Bett, gab ihm ein Schwert in die Hand und sagte: "Schlage nun dem Huhn oder dem Küken den Kopf ab!" Dabei wies er auf die Frau und das Kind, die dort schliefen. Der Mann wollte es nicht tun, und nun, begannen beide zu streiten. Plötzlich krähte der Hahn auf der Hühnerstange. Da fiel es dem Mann wie Schuppen von den Augen. Er befand sich in seinem eigenen Haus und am Bett seiner Frau. In der Hand hielt er ein Spanholz, das der Teufel ihm als Schwert gereicht hatte. Und die schönen Taler erwiesen sich als Espenlaub. Der Mann aber hatte den Verstand verloren: er glaubte nicht, dass das Espenlaub war und hütete es vor anderen, damit es ihm niemand stehlen konnte.

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