Teufel bewachen das Geld

From Pasakas un teikas
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Comments: Mākonis aus Medzūla hat "Balss" (1893 Nr. 40) eine Sage zugesandt, in der der Teufel von einem Mann Henne und Küken für ein Geldfass verlangt, womit er Frau und Kinder meint. Der Mann war damit nicht einverstanden. (LP. VII, I, 1123, 7). Putvaidis in Jaunlaicene hat ebenfalls "Balss" eine Sage zugesandt (1889 Nr. 3), in der ein Mann einem feiner Herrn für das versprochene Geld eine Henne mit Küken bringt. Inzwischen aber waren zu Hause seine Frau und seine Kinder gestorben (VII, I, 1123, 8). P.Š.


Auf dem Rungas-Hof in Vilce lebte ein Mann namens Lasmans. Eines Tages machte er sich auf den Weg, um einen entfernten Verwandten zu besuchen. Auf dem Hinweg kehrte er in das Wirtshaus von Vilce ein, um sich ein wenig zu stärken. Dort begegnete er Bekannten und Freunden. Schließlich — nachdem er sich einen ordentlichen Rausch angetrunken hatte, setzte er seinen Weg fort. Es wurde schon dunkel, deshalb wählte Lasmans den geradesten Weg über eine überschwemmte Wiese, um schneller ans Ziel zu kommen. Wohl rieten ihm die Anderen, lieber die Landstraße entlang zu gehen, denn er habe viel getrunken und könne leicht ins Wasser fallen und ertrinken; auch Gespenster könnten ihn bedrängen. Aber Lasmans kümmerte sich nicht um die gut gemeinten Ratschläge, sondern antwortete prahlerisch, dass er sich nicht einmal vor dem Teufel selbst fürchte, sollte er ihn entgegentreten. Dann wolle er das Herrchen bei den Hörnern packen und ihm zeigen, welcher von ihnen beiden der stärkere sei. Der Abend war kühl, und Lasmans kam ganz gut voran, obwohl sein Kopf bei jedem Schritt nach rechts und links wackelte. Glücklich gelangte er bis zur Mitte der Wiese. Plötzlich erlosch seine Pfeife. Nun begann er in allen Taschen nach dem Feuerzeug zu suchen, aber er konnte und konnte es nicht finden. Als er gerade die Pfeife in die Tasche stecken wollte, erblickte er einige Schritte entfernt ein Feuer lodern. Da er glaubte, es sei das verlassene Lagerfeuer der Nachthüter, ging er heran, hob ein Holzscheit auf und wollte seine Pfeife anzünden. Aber sobald sich das Holzscheit der Pfeife näherte, erlosch das Feuer, und das Holz wurde schwarz. Da warf Lasmans das Holzstück auf die Erde und nahm ein anderes, aber es geschah dasselbe. Er nahm ein Drittes, aber auch damit erging es nicht anders. "Weiß der Teufel, was das für ein Feuer ist“, rief Lasmans aus und schleuderte das Holzstück weg. Aber sobald er den Namen des Teufels ausgesprochen hatte, erblickte er im Feuer einen Bären. Der Bär brummte auf, erhob sich auf die Hinterbeine, hob ein brennendes Holzstück auf, reichte es Lasmans und sagte: "Rauche nur, jetzt wird es brennen!" Aber in dem Augenblick, als Lasmans seine Pfeife angezündet hatte, gab es einen lauten Knall und das Lagerfeuer verwandelte sich in einen großen Kessel, in dem blanke Taler schimmerten. An dem Kessel stand ein großer schwarzer Kerl mit Bärenpranken. Er sprach Lasmans an: "Freund, möchtest du die blanken Dukaten haben? Du kannst sie alle haben, wenn du mir dafür eine Henne mit Küken versprichst." Lasmans versprach es, stopfte die Taschen voll mit Dukaten und kehrte nach Hause zurück. Dort erzählte er alles seiner Frau und setzte gleich eine Glucke auf Eier: er wollte die Glucke und alle Küken, die sie ausbrüten würde, dem Bären geben. In der nächsten Woche wollte Lasmans wieder Geld haben. Er ging auf die Wiese und begann zu pfeifen. Der Kessel mit dem Geld kam aus der Erde hervor. Er stopfte sich wieder alle Taschen voll und ging dann froh nach Hause. Einige Zeit darauf wollte er wieder Geld haben. Er ging auf die Wiese hinaus und begann zu pfeifen. Der Kessel erhob sich aus der Erde, aber diesmal war auch der Bär dabei. Er kam auf Lasmans zu, legte ihm die Pranke auf die Schulter und fragte: "Nun, Bruder, wann wirst du mir denn das Hühnchen mit den Küken bringen?" Lasmans antwortete, dass das Huhn gerade beim Brüten sei und dass er es ihm bald bringen werde. Da lachte der Bär und sagte: "Nein, Freundchen, ein solches Huhn meinte ich nicht — ich meinte deine Frau und deine Kinder." Über diese Worte war Lasmans so erbost, dass er den Bären mit einem Ebereschenknüttel auf den Kopf schlug und dann so schnell, wie er nur konnte nach Hause lief und den Bären neben dem Kessel liegen ließ. Seit der Zeit war Lasmans sonderbar geworden: er sprach mit keinem Menschen mehr und faselte nur noch vom Geld und von einem Bären. Ein halbes Jahr verging. Es kam der Winter und somit auch die Dreschzeit. Während der Dreschzeit muss man sehr früh aufstehen, deshalb haben die Drescher oft gleich in der Korndarre übernachtet. So geschah es auch auf dem R.-Hof. Die Drescher, zu denen auch Lasmans gehörte, hatten sich zum Schlafen hingelegt. Jetzt hatte der Teufel Gelegenheit, sich für den Schlag zu rächen. Während, die anderen Schliefen, steckte er ihn in den glühenden Ofen. Am nächsten Morgen fand man ihn tot. Das war das Ende von Lasmans. Nach seinem Tod waren auch die Dukaten des Teufels verschwunden.

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