Teufel bewachen das Geld

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

In einer alten, halbverfallenen Badestube lebte ein armer Mann mit seiner Frau. Sie hatten ein einziges Kindchen, und dasselbe wollte der Teufel in seine Klauen bekommen, aber es gelang ihm nicht. Eines Nachts war in der Badestube eine Stimme zu hören, die rief: "Soll ich ausschütten? Soll ich ausschütten?" Der Mann und seine Frau waren so erschrocken, dass sie nicht wussten, was sie machen sollten, was nicht. Als es Tag wurde, hatte der Mann einen Einfall. Er sagte: "Sollte die Stimme nochmals rufen, so werde ich antworten: 'Wenn der Teufel es dir gegeben hat, so schütte es nur aus!" Gut. In der nächsten Nacht ließ sich die Stimme wieder vernehmen: "Soll ich ausschütten, soll ich ausschütten?" Da antwortete der Mann: "Wenn der Teufel es dir gegeben hat, so schütte es nur aus!" Da rollte auch schon Geld durch die Tür in die Badestube hinein. Der Mann sammelte das Geld zwar auf, aber er wagte nicht, es auszugeben. Die Gerüchte darüber erreichten jedoch auch den Herrn. Der Herr gab dem Mann folgenden Rat: er solle ein Rind schlachten und ihm die Haut so abziehen, so, dass die Hörner und der Schwanz daran blieben. Dann solle er in die Haut kriechen und warten. Der Mann befolgte den Rat des Herrn. In der Nacht erschien der Teufel und setzte sich auf die Schwitzbank. Der Herr hatte sich ebenfalls heimlich eingefunden und fragte nun den Mann so laut, dass der Teufel es hören konnte: "Wo ist denn mein Geld?" Das hörte der Teufel. Da er nun Angst hatte, es könnte ihm schlimm ergehen, sprang er von der Schwitzbank herunter, schwang sich auf die Rinderhaut, ergriff den Schwanz des Rindes und ritt davon. Er konnte in der Eile nur nach ausrufen: "Du kannst mein Geld ruhig ausgeben!" Der Mann, der sich mit der Rinderhaut zugedeckt hatte, war den Klauen des Teufels glücklich entkommen. Er hatte nun soviel Geld, das er ohne Sorgen leben konnte.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox