Teufel bewachen das Geld

From Pasakas un teikas
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Comments: M. Melbārdis hat folgenden Aberglauben aufgeschrieben: Man muss eine schwarze Katze in neun Säcke stecken und jeden Sack mit neun Knoten zubinden. Auf der Flucht von der Kirche genügt es auch, wenn man über die erste Wegkreuzung gelangt ist. Der schwarze Mann (der den silbernen Rubel gegeben hat) könne einem dann nichts mehr antun. Hole er ihn aber noch vor der Wegkreuzung ein, so reiße er den Fliehenden mittendurch. Wenn man für den Silberrubel einkaufe, so müsse man so kaufen, dass man immer einige Kopeken zurückbekommen; kaufe man dagegen für einen ganzen Rubel, kehre er nicht mehr zu dem Käufer zurück. Wenn man einen solchen Rubel auf den Fußboden lege und einen Nagel durch ihn treibe, dann verschwinde plötzlich der Rubel und lasse nur einen Blutfleck auf dem Fußboden zurück. L.P.


Ein Mann hatte einen Taler, der nicht auszugeben war, in der Tasche: er konnte dafür kaufen, was er wollte. Sobald er die Ware bezahlt hatte, kehrte der Taler in die Tasche des Käufers zurück. Einen solchen Taler konnte man auf folgende Weise erwerben:

Man musste eine ganz schwarze Katze in den Sack stecken, den Sack mit vielen Knoten zubinden, ihn dreimal um die Kirche herumtragen und jedes Mal vor der Eingangstür des Pfarrers sagen: "Herr, kauf mir meinen Hasen ab!" Beim dritten Mal komme ein schwarzer Herr heraus, dem man dann für einen Taler die Katze im Sack verkaufen müsse. Sobald man den Taler in der Hand halte, müsse man so schnell man nur könne nach Hause laufen, sonst könne es einem schlecht ergehen.

Einmal hatte ein Mann beim Zubinden des Sackes nicht genug Knoten gemacht: der Schwarze hatte den Sack schnell aufgebunden und war dem Mann nachgerannt. Gerade an der Schwelle holte er ihn noch ein und erwürgte ihn. Wäre er ins Haus gelaufen, so wäre er vor dem schwarzen Herrn gerettet gewesen. Deshalb ist es nur ganz selten jemandem gelungen, einen solchen Taler zu erwerben: die ganze Arbeit — um die Kirche laufen, nach Hause rennen — musste man binnen einer halben Stunde durchführen, gerade um Mitternacht und so, dass es niemand bemerkte. Einmal hat ein alter Mann einen Kaufmann lange Zeit mit einem solchen Taler betrogen: er kaufte oft verschiedene Waren bei ihm, aber sobald er zu Hause war, kehrte der Taler in seine Tasche zurück. Schließlich merkte der Kaufmann, was los war. Er ließ den Schmied einen dicken Nagel, durch den Taler treiben und ihn an dem Amboss festnageln. Aber was tat der Taler? Klingend begann er sich um den Nagel zu drehen, bis ein so großes Loch in seiner Mitte entstand, dass er von dem Amboss loskam und in die Tasche des Alten zurückkehren konnte.

Nachdem er ihn jedoch wieder ausgegeben hatte, kehrte der Taler nicht mehr zurück: vielleicht des Loches wegen.

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