Teufel bewachen das Geld

From Pasakas un teikas
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Vater hatte zwei Söhne: Jānis und Juris. Die Söhne waren schon erwachsen und der Vater lebte glücklich mit ihnen zusammen. Eines Nachts hörte Juris, dass jemand im Traum zu ihm sprach: "Juris, geh zum Friedhof und hole Geld!" Am nächsten Morgen erzählte Juris seinen Traum den Anderen nicht, weil er selbst daran nicht glaubte. Aber in der nächsten Nacht sprach wieder jemand zu ihm im Traum: "Juris, geh zum Friedhof und hole Geld!" "Wo liegt es denn?“, fragte Juris. "Auf dem Friedhof steht eine Eiche, neben der Eiche liegt ein Stein. Hebe den Stein an, dann wirst du das Geld finden! Du musst aber um die zwölfte Stunde gehen, sei es in der Nacht, sei es am Tag," belehrte ihn eine unbekannte Stimme. Am nächsten Morgen erzählte Juris seinen Traum seinem Vater und seinem Bruder. Vater und Bruder lachten nur und meinten: "Wirst du denn an Träume glauben?" Da schämte sich Juris und antwortete nichts darauf. In der dritten Nacht hörte er wieder die Stimme, die zu ihm sprach: "Juris, warum holst du das Geld nicht?" Am nächsten Tag sagte Juris Vater und Bruder nichts, sondern begab sich gerade zur Mittagszeit zum Friedhof. Juris ging an die Eiche, wälzte den Stein zur Seite und fand einen Topf, der mit Goldgeld gefüllt war. Er nahm den Topf und ging nach Hause. Als er sich umdrehte, sah er, dass ein gefährlich aussehender Mann ihm folgte. Da begann Juris zu laufen, aber der Mann lief ihm nach. Sobald aber Juris langsam ging, ging der Mann auch langsam. Der gefährlich aussehende Mann war der Teufel. Juris setzte seinen Weg fort, sah aber, dass der Teufel immer näher kam. Juris hatte von alten Leuten gehört, dass der Teufel niemals über einen umgepflügten Acker laufe, deshalb bog er vom Weg auf den Acker ab. Da verschwand der Teufel. Juris kam über den Acker nach Hause, brachte das Geld ins Vorratshaus, und erzählte, Vater und Bruder nichts davon. In der vierten Nacht konnte Juris ruhig schlafen. Am Morgen nahm er ein Stück Gold, begab sich in die Stadt und kaufte dies und das ein. Man weiß nicht, was er gekauft hat, aber das Goldstück hatte er ausgegeben. Am Abend aber war Juris wie von Sinnen: er ergriff die Axt, lief in alle Ecken der Stube und schlug um sich, indem er rief: "Ich werde es euch zeigen, ihr Teufel!" Vater und Bruder erschraken und fragten Juris, was mit ihm geschehen sei. Aber Juris antwortete nicht darauf und rannte nur weiter mit der Axt im Haus herum. Da fiel es Bruder und Vater ein, dass Juris vielleicht doch das Geld vom Friedhof geholt habe, und sie begannen, danach zu suchen. Nachdem sie überall gesucht hatten, fanden sie schließlich im Vorratshaus in einem Verschlag den Topf mit Gold. Vater und Bruder schauten in den Topf hinein und sahen, dass ein Goldstück fehlte. Da begriffen sie, dass die Teufel das ausgegebene Goldstück suchten und deshalb Juris keine Ruhe gaben. Der Vater nahm ein Stück Gold von seinem eigenen Geld und legte es in den Topf. Da hörte Juris sogleich auf, mit der Axt im Zimmer herumzulaufen und wurde wieder so vernünftig, wie er vorher gewesen war. Er erzählte alles seinem Vater und seinem Bruder und legte sich dann schlafen. Am nächsten Morgen ging jeder an seine Arbeit. Am Abend saß der Vater mit seinen Söhnen in der Stube und sprach über dies und jenes. Plötzlich, hörten sie ein fürchterliches Lärmen, das aus dem Vorratshaus kam: man konnte meinen, das Vorratshaus brach zusammen. Den Lärm aber machten die Teufel, die angelaufen kamen, um das Geld zu holen. Die Männer fürchteten sich, am Abend zum Vorratshaus zu gehen, um nachzusehen, was dort los war. Um Mitternacht legte sich der Lärm. Am nächsten Morgen nahm Juris den Topf mit Gold, brachte ihn zum Friedhof und schob ihn unter denselben Stein. Die Erde erdröhnte: der Topf mit dem Gold versank in der Tiefe. Juris kehrte auf den Hof zurück, und nun hatten sie wieder Ruhe.

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