Das Geld zeigt sich in der Gestalt eines Menschen

From Pasakas un teikas
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Einmal musste eine Frau gerade um Mitternacht an dem Silakurši-Wasserfall vorbeigehen. Sie fürchtete sich zwar ein wenig, aber es war nichts zu machen: wenn man gehen muss, dann muss man gehen. Sie war an der gefährlichen Stelle schon fast vorbei, als sie eine in grauem Seidenkleid gekleidete "Gnädige" erblickte, die ihr entgegenkam. Die Frau bot ihr einen guten Abend und wollte weitereilen, aber die Gnädige ließ sie nicht gehen, sondern wollte, dass die Frau sie begleite. Sie gingen zusammen kreuz und quer durch den Kiefernwald, bis sie schließlich wieder an den Fluss zurückkehrten. Da sagte die Fremde, dass sie keine Zeit mehr habe, denn bald werde der Hahn krähen — dann müsse sie sich zur Ruhe begeben. Sie reichte der Frau die Hand und forderte sie auf, mit ihr unter die Brücke zu kriechen. Die Frau ergriff die ihr dargebotene Hand, aber als sie merkte, dass die eiskalt war, ließ sie sie sogleich wieder los und bekreuzigte sich. Da eilte die "Gnädige" allein unter die Brücke, indem sie rief: "Hundert Jahre habe ich schon gelegen, hundert Jahre muss ich noch liegen!" Sie verwandelte sich in einen großen Silberhaufen und versank in den Fluss.

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