Das Geld zeigt sich in der Gestalt eines Menschen

From Pasakas un teikas
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Einmal war ein Bauer zur Āža dzirnavas (Bocksmühle) von Tirza gefahren, um Getreide mahlen zu lassen. Die Mühle hatte gerade zu wenig Wasser, sodass er warten musste. Er wartete und wartete, bis Abend wurde. Da übermannte ihn der Schlaf. Er legte sich auf seine Fuhre und schlief ein. Da sah er im Traum, dass er, wenn er um Mitternacht nach Hause fahren werde, im Bockwald seinem Glück begegnen sollte. Als der Bauer erwachte, wartete er nicht länger, bis sein Korn gemahlen werden konnte, sondern machte sich gleich auf den Heimweg. Als er durch den Wald fuhr, kamen aus dem Waldesdickicht zwei Frauen hervor: die eine war in Rostbraun, die andere in Weiß gekleidet. Die Frauen baten ihn, er möchte sie ein Stück Weges mitnehmen. Da erschrak der Fahrer, zog die Pferde eins mit der Peitsche über und fuhr schnell davon. Aber die Frauen liefen ihm nach und flehten ihn an, sie wenigstens mit einem Finger zu berühren. Da erschrak der Baue noch mehr und fuhr noch schneller weiter. Er hatte den Wald schon hinter sich gelassen, aber die Frauen verfolgten ihn noch bis zum nächsten Bauernhof. Hier stießen die beiden Frauen aneinander und verwandelten sich in Geldfässer: die eine wurde zu Goldgeld, die andere zu Silbergeld. Die beiden Fässer rollten auf den Brunnen zu und riefen: "Gutes haben wir gewollt, aber wir haben es nicht erreicht!" Dann rollten sie in den Brunnen. Erst jetzt begriff der Bauer, was geschehen war und rief aus: "Da versinkt mein Glück!"

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