Das Geld zeigt sich in der Gestalt eines Menschen

From Pasakas un teikas
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Einmal fuhren zwei Nachbarn zum Markt. Der Weg führte sie durch den Wald von Lasmuiža. Es war eine helle Sommernacht. Schließlich waren sie des Sitzens und Fahrens müde. Sie stiegen aus dem Wagen und schritten, ihre Pfeifen schmauchend, neben ihren Fuhren her. Plötzlich erblickten sie einen großen schwarzen Hund, der auf der Straße saß. Die beiden Bauern, denen es etwas sonderbar zumute war, bestiegen ihre Wagen und näherten sich dem sonderbaren Geschöpf. Die Pferde jedoch, die die ganze Zeit munter getrabt waren, bäumten sich schnaubend auf, als hätten sie einen Wolf gewittert. Die Bauern waren nun ganz dicht an die Erscheinung herangefahren. Da rissen sie vor Verwunderung die Augen weit auf: sie sahen einen feinen Jungherrn vor sich, der schwarze Kleidung, glänzende Stiefel und einen Zylinderhut trug. Der Jungherr stand wie leblos vor ihnen. Aber das Leben schien auch aus den Fuhrleuten gewichen zu sein: sie konnten kein Glied mehr rühren. Als sie an dem feinen Jungherrn vorbeigefahren waren, begannen die Pferde wieder munter zu traben. Und nun konnten sich auch die Bauern wieder rühren. Wie aus einem Munde riefen sie: "Hast du's gesehen?" Sowohl der eine als auch der andere hatte die Erscheinung gesehen, die wohl der Teufel selbst gewesen war. Als sie jedoch kurz zurückblickten, war nichts mehr zu sehen. Später bedauerten sie, dass sie nicht mit dem Fuß nach dem Schwarzen gestoßen hatten: wahrscheinlich hätte er sich auf der Stelle in einen Geldsack verwandelt. Es wird erzählt, dass mehrere Leute, die nachts durch den Lasmuiža-Wald gefahren sind, denselben Jungherrn gesehen hatten.

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