Für Geld wird ein Stier versprochen

From Pasakas un teikas
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Nicht weit von dem Gutshof Krapa entfernt (Gemeinde Gulbene) erhebt sich ein Hügel, den man auch den Pilskalns (Schlossberg) nennt, der Hügel ist mit verschiedenen Bäumen bewachsen. An der Nordseite entspringt dem Hügel eine Quelle. In der Nähe befindet sich ein Moor. Einmal hüteten zwei Hirtenmädchen, Līze und Anna, in der Nähe des Hügels ihr Vieh. Līze war sehr früh aufgestanden, deshalb wurde sie vom Schlaf übermannt. Anna versprach, allein das Vieh zu hüten; Līze aber legte sich neben einen Stein schlafen. Als sie erwachte, erzählte sie ihrer Freundin den Traum, den sie gesehen hatte. Im Traum sei ein alter Mann zu ihr gekommen. Er habe gesagt, sie solle den schwarzen Stier dreimal um die Quelle herumführen, dann würde aus der Quelle ein Fass mit Goldgeld emportauchen. Da hüpfte Anna vor Freude und rief: "Jetzt gibt es Geld! Jetzt gibt es Geld!" Die beiden Hirtenmädchen schlangen dem Stier einen Gürtel um die Hörner und führten ihn dreimal um die Quelle herum. Da rollte das Geldfass klingend aus der Quelle ans Ufer. Die Mädchen wussten vor Freude gar nicht mehr, was sie machen sollten. Sie wollten das Fass fortschaffen, aber da sahen sie: aus dem Walde bricht ein großer grauer Wolf hervor und will sich auf den Stier stürzen. In großer Angst rannten sie dem Stier zu Hilfe. Aber nun rief das Geldfass aus: "Hundert Jahre habe ich gelegen, nun muss ich noch hundert Jahre liegen!" Es rollte in die Quelle zurück und versank.

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