Das Geld muss noch 100 Jahre in der Erde liegen

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Vor langer Zeit soll sich dort, wo jetzt die Gemeindeschule steht, ein Friedhof befunden haben. Als die Schule halb fertig errichtet worden war, ist dort an einem dunklen Herbstabend ein alter Mann aus der Nachbarschaft vorbeigegangen. Sobald er sich auf den Hügel befand, trat eine weiße Gestalt aus dem Schulgebäude hervor und ging auf ihn zu. Der Alte wunderte sich: Wer könnte in dem noch unfertigen, dunklen Gebäude hausen?

Aber da stand auch schon die Frau neben ihm. In seiner Angst floh er auf die andere Seite der Straße, aber die Frau folgte ihm. Nun begann er Gebete zu sprechen, aber die Frau ging weiter neben ihm her. Das Gehen fiel ihm so schwer, dass ihm der Schweiß über die Stirn rann und der Atem stockte. Mit großer Mühe erreichte er den Gipfel des Hügels und sah sich um: Die weiße Gestalt war nirgends mehr zu sehen. Jetzt wurde es ihm wieder ganz leicht ums Herz. Eines Abends ging ein anderer Mann um die selbe Zeit durch das Tal: Da bemerkte er das Schimmern eines kleinen Feuerchens. Als er das Feuerchen erreicht hatte, verschwand es und an seiner Stelle stand eine weiße Frau und schien auf ihn zu warten. Aber der Mann wagte nicht, sich ihr zu nähern. Da sprach die Frau: "Hundert Jahre habe ich schon gelegen, nun werde ich noch hundert Jahre liegen." Und sie zerfiel klirrend. Jetzt bereute der Mann, sie in seiner Angst nicht berührt zu haben, denn dann wäre er reich geworden.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox