Das Geld muss noch 100 Jahre in der Erde liegen

From Pasakas un teikas
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Zur Zeit der Leibeigenschaft fuhr einmal ein Fronarbeiter von Palsmane nach Hause. Beim Dreschen war es sehr spät geworden. Als er an den Kamaldiņa-Fluss kam (ein Nebenflüsschen des Abuls), stand an der seichten Stelle des Flüsschens, an der man hinüberfahren konnte — denn eine Brücke gab es damals noch nicht — eine vornehme, weiß gekleidete Dame und bat ihn, sie in seinem Wagen mitzunehmen. Der Fronarbeiter antwortete nichts darauf, denn er scheute sich, die Dame mitzunehmen: Sein Wagen war sehr alt und sein Pferdchen bei der Arbeit auf dem Gutshof sehr geschunden worden. Langsam fuhr er ans andere Ufer. Als er zurückblickte, sah er, dass die weiße Dame ins Wasser gestiegen und zu einem Haufen Silbergeld zerfallen war. Langsam versank das Geld auf den Grund. Während es versank, waren die Worte zu hören: "Nun muss ich wieder hundert Jahre liegen!"

Erst jetzt begriff der Mann, wer die vornehme Dame gewesen war. Hätte er sie einsteigen lassen, hätte sie sich in seinem Wagen in einen großen Haufen Geld verwandelt.

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