Das Geld muss noch 100 Jahre in der Erde liegen

From Pasakas un teikas
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Einmal fuhr ein Mann mit einer Holzladung von Palsmane nach Ranka. In der Nähe des „Ūdrupe-Wirtshauses überraschte ihn die Nacht. Der Mann setzte seinen Weg fort. Als er gegen den Sebra-Berg kam, setzte er sich auf die Fuhre, denn er verspürte plötzlich große Müdigkeit. Kurz darauf war er eingeschlafen. Nach einer Weile wachte er wieder auf. Das Pferd war am Fuße eines kleinen Hügels stehen geblieben und rupfte langsam das staubige Gras am Straßenrand. In der kleinen Schlucht neben dem Hügel sah man ein Feuerchen lodern. Der Fuhrmann hielt es für das Lagerfeuer der Nachthüter und wollte seine Pfeife anzünden. Als er jedoch an das Feuer kam, erblickte eine Jungfrau im weißen Kleid, die auf einem roten Knäuel saß. Als der Fuhrmann sich zum Feuer bückte, begann die Jungfrau zu singen. Sie bat ihn schließlich, er möge sie berühren. Da erschrak der Fuhrmann und kehrte zu seinem Pferd zurück. Als er an der Schlucht vorüber fuhr, hörte er die Stimme der Jungfrau: "Hundert Jahre habe ich schon gelegen, jetzt werde ich zehn mal hundert Jahre liegen müssen!"

Jetzt begriff der Mann, dass die Jungfrau verwunschenes Geld gewesen war. Er bereute seine Ängstlichkeit, aber nun war es zu spät. Das Feuerschein war erloschen, die bleiche Jungfrau war verschwunden. Ein dichter weißer Nebel füllte die Schlucht.

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