Das Geld muss noch 100 Jahre in der Erde liegen

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Eine Frau und ihre Schwester fuhren am Strand des Usma-Sees entlang. Da kam aus dem See eine weiße, magere Frauengestalt hervor und bat, man möchte sie ein Stück des Weges mitnehmen. Die Frauen erschraken, zogen den Pferden eins mit der Peitsche über und fuhren schnell davon. Als die Frauen verschwunden waren, kam ein Bauer denselben Weg gefahren. Die weiße Frau bat auch ihn, er möge sie ein Stück in seinem Wagen mitnehmen. Der Bauer aber achtete gar nicht auf die Bitte des Gespenstes und setzte nur ruhig seinen Weg fort. Da rief die weiße Frau ihm nach: "Hundert Jahre habe ich schon gelegen, nun muss ich noch hundert Jahre liegen." Nach diesen Worten verschwand die Frau. Doch sie erschien dem Bauer nachts im Traum und sprach: "Ich bin verwunschenes Geld. Du hättest mich nur berühren müssen, dann hätte ich mich in einen Geldhaufen verwandelt. Hundert Jahre hatte ich schon auf dem Grund des Sees gelegen, nun muss ich wieder hundert Jahre dort liegen." Da lief der Bauer gleich an den See, denn er hoffte die Frau dort noch zu finden. Aber er sah nur, dass die Erde an der Stelle, wo die Frau ihn begleitet hatte, nur etwas vertieft war, aber dort, wo sie gestanden hatte, war eine tiefe Delle entstanden.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox