Das Geld muss noch 100 Jahre in der Erde liegen

From Pasakas un teikas
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Alte Leute erzählen, dass auf dem Grund des Anuži-Baches in der Nähe der Nasta-Scheune viel Geld vergraben sei. Die Nasta-Scheune befand sich an der Landstraße, die nach Talsi (deutsch Talsen) führte, zwischen den Gütern Odres un Nurmuiža.

An einem Freitagabend fuhr der Knecht des Pfarrgutes von Nurmuiža. von Talsi nach Hause. Er war unterwegs eingenickt. Plötzlich blieb sein Pferd auf der Brücke bei der Nasta-Scheune stehen und war nicht mehr von der Stelle zu bewegen. Der Knecht Irbīte erschrak und versuchte in der Dämmerung das Hindernis zu erspähen. Da erblickte er eine weiß gekleidete Jungfrau, die am Brückengeländer lehnte. Die Jungfrau bat, ihr einen Peitschenschlag zu versetzen. Irbīte standen die Haare zu Berge vor Angst und es fiel ihm nicht im Traum ein, es zu tun. Doch die Jungfrau bat ihn immer dringlicher: Er solle sie schlagen oder sie wenigstens mit dem Finger anrühren. Da peitschte Irbīte wie irrsinnig sein Pferd, bis es sich endlich in Bewegung setzte. Hinter seinem Rücken hörte er jedoch die Stimme der Jungfrau, die sagte: "Du Dummkopf, du hättest glücklich werden können! Siebenhundert Jahre habe ich schon gelegen, nun muss ich noch siebenhundert Jahre liegen!" Gleich darauf rollte klingend Goldgeld über das Brückengeländer in den Fluss. Am nächsten Morgen nahm Irbīte den Hirtenjungen des Pfarrgutes mit und eilte an die Stelle (an der er gestern die Jungfrau gesehen hatte) zurück. Aber weder vom Geld noch von der Jungfrau war irgendetwas zu sehen.

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