Das Geld muss noch 100 Jahre in der Erde liegen

From Pasakas un teikas
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In einer dunklen Nacht fuhr ein Bauer aus der Umgebung von Smiltene von der Mühle nach Hause. Als er an das Kamaldiņa-Flüsschen gelangte, welches ein rechter Nebenfluss des Abuls ist, erblickte er an seinem linken Ufer ein sonderbares Feuer. Als der Bauer näherkam, teilte sich das Feuer. Eine vornehme Dame trat aus ihm hervor und schritt neben dem Wagen des Bauern einher. Der Bauer holte bereits aus, um der Fremden einen Peitschenschlag zu versetzen, aber dann besann er sich und ging nur weiter neben seiner Fuhre her. Die vornehme Dame versuchte auf allerlei Art zu erreichen, dass er sie berührte: Sie kam näher heran, eilte ein Stückchen voraus, drehte sich vor dem Bauer hin und her. Gesprochen hat sie nicht. So folgte sie ihm lange. Der Bauer fuhr in den Wald. Aber die Dame folgte ihm auch dorthin. Plötzlich krähte in der Nähe ein Hahn. Die vornehme Dame schrie merkwürdig auf, zerfiel und verwandelte sich in einen großen Silbergeldhaufen. Das Geld versank langsam in der Erde, wobei eine Stimme zu hören war, die sprach: "Dreihundert Jahre habe ich nun schon in der Erde gelegen, jetzt muss ich wieder dreihundert Jahre liegen!" Erst jetzt begriff der Bauer, wer die vornehme Dame war und was sie gewollt hatte. Sie war ein Geldfass gewesen. Hätte der Bauer sie berührt, hätte sie sich sogleich in einen Geldhaufen verwandelt und der Bauer hätte das Geld in aller Ruhe aufsammeln können.

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