Das Geld muss noch 100 Jahre in der Erde liegen

From Pasakas un teikas
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Vor etwa achtzig Jahren fuhr einmal ein Bauer am Meer entlang nach Liepāja (dt. Libau). Gegen Mitternacht begegnete er einer Bettlerin, die ihn bat, sie ein Stück Weges mitzunehmen. Wegen der schlechten Straße lehnte der Bauer jedoch ihre Bitte ab. Da versuchte die Bettlerin dennoch den Wagen zu besteigen, aber er konnte sich ihrer erwehren. Als die Alte sah, dass es ihr nicht gelingen würde, den Wagen zu besteigen, flehte sie den Bauer an, sie doch wenigstens mit der Peitsche zu schlagen. Der Bauer merkte jetzt, dass sie kein richtiger Mensch sein konnte und wagte deshalb nicht, sie zu berühren. Sie wurde nur leicht von der Deichsel gestreift. Da stürzte sich die Bettlerin stöhnend ins Meer, indem sie ausrief: "Hundert Jahre habe ich schon gelegen, nun werde ich wieder hundert Jahre liegen müssen!" Als der Fuhrmann sich von dem Schrecken ein wenig erholt hatte, erblickte er am Strand einige kupferne Geldstücke. Hätte der Fahrer die Bettlerin geschlagen oder hätte er ihr erlaubt, seinen Wagen zu besteigen, dann hätte sie sich in einen Geldhaufen verwandelt. Alte Leute erzählen, dass sie sich in hundert Jahren wieder vom Meeresgrund erheben und herauskommen wird.

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