Geldgräber werden gestört

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten haben die Leute in der Johannis- und auch in der Heiligen Nacht auf dem Naudas kalns (Geldberg) des Adams-Gutes stets ein Feuerchen gesehen.

Einmal riet ein Wahrsager zwei Bauern auf dem Geldberg nach Geld zu graben. Verschiedene Gespenster, auch Wölfe, Bären und andere, würden zwar versuchen, sie beim Graben zu stören, aber darauf sollten sie nicht achten, nicht zurückblicken und sich nicht fürchten. Sollte schließlich auch noch ein großer schwarzer Stier erscheinen, so sollten sie ihn an den Hörnern packen und von der Stelle wegziehen. Die Männer gehen hin und graben. Als erster kommt jaulend ein grauer Wolf herbei: Sie achten gar nicht auf ihn. Da zieht sich widerliches Eingeweide über den Berg auf sie zu — sie beachten es nicht. Ein zottiger Bär kommt brummend auf sie zu — Sie kümmern sich nicht darum. Schließlich schickt sich ein großer schwarzer Stier an, sie auf die Hörner zu nehmen. Da packt jeder von ihnen ein Horn des Stieres und ziehen den Stier von der Stelle hinweg. Beim Ziehen und Schieben rutscht dem einen Mann das Horn aus der Hand. Der Mann erschrickt. In demselben Augenblick aber rollt die Geldtruhe dröhnend den Berg hinunter – geradewegs in das Moor hinein. Die Leute nennen jenes Moor noch bis heute Naudas purvs (Geldmoor).

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