Geldgräber werden gestört

From Pasakas un teikas
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Comments: Auch in der Sage von K. Bika (1061, 6) haben Reiter einen Schatzgräber erschreckt. Ein einzelner Reiter vertreibt in der Sage des Silamalas Vaivariņš aus Krimulda mehrere Schatzgräber (1062, 8). Ein Mädchen stört die Schatzgräber in der Sage des K. Bika aus Gaujiena (106l, 5f). In der Sage des Fr. Reķis aus Renda (1022, 5) werden die Geldgräber von einer Stimme erschreckt. Der Donner verjagt die Geldgräber in der Sage des Vilis Runtulis aus Vilce (1023, 6.), der Wirbelwind in der Sage des Augusts Pētersons aus Skrīveri (1022, 4). Ein Wolf greift das Pferd des Geldgräbers in der Sage des J. Priede aus Dole (1058,3) an. In einer Sage aus Aumeisteri packt der Geldgräber zu früh das Geld an (1127, 6). A. Zilumkalns in Bērzaune hat eine Sage aufgeschrieben, in der der Geldgräber seine Seele opfern muss, weshalb er Selbstmord begehen will (1116, 7). P. Š.


An einer alten Schlossruine sah man des Öfteren ein Geldfeuerchen lodern, aber niemand konnte das Geld ausgraben. Da fand sich, ein mutiger Mann, der zusammen mit einigen Kameraden beschlossen hatte, mit aller Gewalt in den Besitz des Geldes zu gelangen. Als sie beim Graben bereits auf die Geldkiste gestoßen waren, wurden wie von verschiedenen Gespenstern und Tieren bedrängt; schließlich rückte eine ganze Schar Soldaten mit blanken Schwertern so stürmisch herbei, dass nun auch der Mutige erschrak: Zusammen mit seinen Kameraden floh er aus der Schlossruine. Sobald sie sich aus der Ruine entfernt hatten, war wieder alles still und ruhig. "Was nun," dachten sie: "Wir kehren zurück!" Aber sobald sie in die Grube stiegen, waren die Soldaten wieder zur Stelle. Nun liefen sie ein zweites Mal davon. Aber außerhalb der Ruine war von den Soldaten nichts zu bemerken. Da kehrten sie ein drittes Mal in die Ruine zurück. Aber diesmal erging es den Schatzgräbern noch schlimmer: Es begann ein solcher Sturm zu toben und die Soldaten rückten so stürmisch heran, dass sie nur mit knapper Not und am ganzen Leib zitternd noch entkommen konnten. Sie flohen nach Hause, so schnell ihre Beine sie nur tragen konnten. Der Mutige hat später gestanden, dass er vor jener Begebenheit keine Angst gekannt hätte, aber damals habe er sich so erschrocken, dass er zehn Jahre lang sich geschämt habe, seiner Frau davon zu erzählen.

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