Geldgräber werden gestört

From Pasakas un teikas
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Vor hundert Jahren geschah Folgendes: Zwei Mädchen trieben eines Tages ihr Vieh an die Düna, um es dort am Ufer zu weiden. Eine von ihnen sammelte am Ufer Steinchen auf und erblickte plötzlich im Wasser den Henkel eines Topfes. Ohne sich etwas dabei zu denken, ergriff sie den Henkel und holte den Topf aus dem Wasser. Der Topf war mit Goldgeld gefüllt. Beim Anblick des vielen Geldes wurde das Mädchen sehr froh. Sie wollte den Topf nach Hause tragen. Aber als sie sich mit dem Geldtopf auf den Heimweg machte, entstanden plötzlich vor ihr große Wälder, Wiesen und Seen mit so gefährlichen Stellen, dass sie den Weg nicht fortsetzen konnte. Als sie den Topf hinstellte, rollte das Geld auf die Erde und nun konnte das Mädchen mit Leichtigkeit heimgehen. Nachdem sie sich am Abend schlafen gelegt hatte, erschien ihr in der Nacht ein Mann im Traum, der vor kurzem gestorben war, und forderte sie auf, das Geld, das auf dem Topf gerollt war, wieder einzusammeln. In der ersten Nacht befolgte das Mädchen seinen Rat nicht. Aber auch in der zweiten und dritten Nacht gab der Mann ihr keine Ruhe: Sie müsse gehen und das Geld einsammeln. In der vierten Nacht begab sie sich um Mitternacht an die Düna und sammelte das verstreute Geld auf. Als sie den Topf aufhob, brach der Henkel ab, und der Topf fiel auf die Erde. Da öffnete sich die Erde an der Stelle und der Topf fiel in den Abgrund. Das Mädchen wunderte sich sehr und ging heim.

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