Geldgräber werden gestört

From Pasakas un teikas
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Ein junger Bursche träumte, dass in dem Wald von Lubāna, nicht weit von den sogenannten Geldgruben entfernt, wo so mancher, wie man es sich denken kann, vergeblich nach Geld gegraben hatte, eine Geldkiste in der Erde vergraben liege. Nachdem er seinen Traum einem anderen Burschen erzählt hatte, beschlossen beide an das Geld zu kommen. Da sie selbst kein Pferd besaßen, erzählten sie von ihrer Absicht einem alten lahmen Schneider, der ein Pferd beschaffte und dafür als dritter Mann mitgenommen wurde. Am Abend eines bewölkten Tages machten sie sich auf den Weg, wobei sie einen eisernen Spieß und Spaten mitnahmen. Als sie bei den Geldgruben ankamen, ließen sie das Pferd mit dem Wagen und den Spaten auf der Straße zurück und machten sich mit dem Spieß ans Werk, um nach der vergrabenen Kiste zu suchen. Nach kurzer Zeit stießen sie auf die Geldkiste, aber da ertönte schon aus der Ferne eine Stimme: Der alte Schneider sprach zwar ein Gebet, aber die Stimme kam immer näher und sang so laut, dass es durch den ganzen Wald schallte. Der alte Schneider erkannte sie als die Stimme des verstorbenen Gemeindelehrers Štams. Als er sah, dass das Gebet nichts half und da er befürchtete, dass der alte Štams zusammen mit den Toten des Friedhofs ankäme, bekam er es mit der Angst zu tun. Als er sah, dass der Bursche, der den Traum gehabt hatte, bereits tiefer in den Wald zurückwich, ergriff auch der lahme Schneider die Flucht und lief davon. Der Bursche, der den Spieß hielt, blieb noch neben dem Spieß stehen, als er jedoch merkte, dass der Sänger ihn gleich erreicht haben würde und dass seine beiden Kameraden ihn bereits allein gelassen hatten, wurde auch er unsicher und versteckte sich in der Nähe hinter einer Kiefer, wobei er hoffte, der Sänger werde an ihm vorbeigehen. Dann wollte er beginnen zu graben. Aber sobald der Bursche sich von dem Spieß entfernt hatte, verstummte auch der Sänger, nur ein heftiger Wind durchbrauste noch den Wald; dann wurde alles still. Nach einer Weile kehrten die Geldgräber zum Spieß zurück, aber soviel sie auch damit nach der Geldkiste stochern mochten – sie stießen nur ins Leere; es erklang nichts mehr unter dem Eisenspieß.

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