Geldgräber werden gestört

From Pasakas un teikas
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In dem schwarzen Strudel kann man bei sonnigem Wetter eine große Geldtruhe sehen, auf der ein grüner Hirsch liegt. Will man den Hirsch erschießen, so erscheint an seiner Stelle ein naher Angehöriger des Schießenden: entweder sein Bruder oder sein eigenes Kind.

In dem Bergkrug von Tinģere lebte ein altes Männchen. Ihm wurde im Traum gesagt, dass man die Geldtruhe heraufholen kann, wenn man den Fluss auf einem schwarzen Hengst von Norden nach Süden überquert und dann in die südliche Richtung schießt. Das Zaumzeug, die Zügel und der Sattel des Hengstes sind aus Lindenbast zu flechten. Man muss außerdem Stricke desselben Stoffes mitnehmen. Das Männchen erzählte seinen Traum den Söhnen von Jūrmačs. Sie besaßen nun gerade einen dreijährigen Hengst. Die beiden Jūrmačs-Söhne und ihr Knecht Strūģis machten sich auf den Weg. Sobald Strūģis ins Wasser geritten war, brach ein gewaltiges Ungewitter aus. Als der Knecht sich mitten im Strudel befand, erschien die Truhe, sich im Wasser kreisend, an der Oberfläche. Die beiden Anderen, die am Ufer standen, riefen ihm zu, er solle jetzt schießen. Sobald der Reiter das Gewehr anhob, ließ sich die Truhe von allein mit Stricken fesseln. Aber da begannen die beiden am Ufer zu schreien, er solle doch nicht gerade auf den Buschwächter zielen, der am anderen Ufer sei. Der Reiter antwortete, er sehe keinen Buschwächter, dennoch ließ er das Gewehr sinken, um genau hinzusehen. Sobald er aber das Gewehr sinken ließ, versank die Truhe dröhnend in die Tiefe. Die Burschen erzählten dem Buschwächter von dem schweren Unwetter, aber der Buschwächter wunderte sich sehr: Den ganzen Tag habe man doch das schönste Wetter gehabt und kein auch nur entferntes Donnergrollen gehört. Nun, da kehrten sie wieder heim. Aber die Geldtruhe liegt noch heute auf dem Grund. Wer sie bekommen will, muss sein Glück versuchen.

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