Geldgräber werden gestört

From Pasakas un teikas
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Comments: Kārlis Skujiņa hat über diesen Steinhaufen eine andere Sage aufgeschrieben: Vater und Sohn mühten sich mit Geldgraben ab, aber sie wollten niemandem davon etwas erzählen. P. Š.


Ein alter Mann, der vor vielen Jahren auf dem Gut Ikšele in Smiltene lebte, hatte einen Traum. Im Traum besuchte ihn ein grauhaariger Alter und forderte ihn auf, in den Gutswald zu gehen, wo er eine Kiefer finden würde, in deren Stamm drei Nägel eingeschlagen worden seien. Er solle unter den Wurzeln der Kiefer graben, denn dort sei ein Schriftstück verborgen, in dem geschrieben steht, an welcher Stelle sich das Geld befindet. Danach verschwand der Alte. Der Mann aber, der es geträumt hatte, begab sich in den Wald, fand dort die Kiefer, in deren Stamm drei Nägel eingeschlagen waren, begann unter ihren Wurzeln zu graben und fand das geheimnisvolle Schriftstück, in dem geschrieben stand, dass das Geld unter einer Steinruine liege. Weiter stand darin, dass man nach dem Geld in der Nacht graben müsse, wenn das Geld getrocknet werde. Der Alte dachte lange über den sonderbaren Traum nach. Er kannte die Erzählungen der Leute, dass unter dem Steinhaufen ein Geldfass vergraben worden sei. Von Neugierde getrieben begann er die Ruine zu beobachten, um die richtige Zeit abzuwarten. In einer dunklen Herbstnacht erblickte er ein blassgelbes Feuerchen, das auf dem Steinhaufen loderte. Da rief der Alte seinen Sohn herbei. Sie nahmen einen Spaten mit und begaben sich zu der Stelle. Dort begannen sie zu graben. Was den Geldgräbern zugestoßen ist, hat man nicht in Erfahrung gebracht. Am nächsten Morgen wich der Alte anderen Menschen aus. Sein Gesicht und seine Hände waren furchtbar zerkratzt. Die Nachbarn erfuhren davon und wollten den Alten ausfragen, aber er starb, ohne sein Geheimnis preisgegeben zu haben. Auch der Sohn des Alten schwieg, aber es scheint, dass sie das Geld nicht bekommen konnten. Zwischen den Steinen war eine tiefe Grube gegraben worden, auf deren Grund man eine dicke Kohlenschicht erblickte.

Die Steinruine ist ein ovaler, etwa zwanzig Klafter langer und zehn Klafter breiter Steinhaufen.

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