Geldgräber werden gestört

From Pasakas un teikas
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Auf dem Vecvietas-Hof von Dundaga lebte ein Bursche, der im Traum belehrt worden war, wie er es anstellen solle, wenn er eine Geldtruhe aus dem nahen Fluss herausholen wolle. Er müsse heimlich — niemand dürfe es sehen — sich Zaumzeug und Sattel aus Lindenbast anfertigen. Um Mitternacht solle er das Zaumzeug dem Rappen des Bauern anlegen, das Ende der Zügel solle er zum Stallfensterchen hinaushängen. Dann solle er schnell das Pferd besteigen und an dem kleinen Fenster vorbei zum Fluss reiten, den er ohne Hindernisse erreichen würde. Unterwegs werde zwar ein gewaltiges Unwetter ausbrechen, aber er solle sieh nicht davor fürchten. Sobald er an den Fluss gelangt sei, solle er zum anderen Ufer hinüberschießen. Dann werde die Geldtruhe sich aus der Tiefe erheben und er werde sie herausholen können. Während der ganzen Zeit dürfe er jedoch weder zurückblicken noch den Namen Gottes erwähnen. Der Bursche fürchtete sich und ritt nicht zum Fluss. Als ihm jedoch der gleiche Traum auch noch in der nächsten und übernächsten Nacht erschien, beschloss er zu gehen. Er führte alles so aus, wie er im Traum belehrt worden war, und sah auch schon, dass die Geldtruhe sich vom Grund zu erheben begann. Aber da zuckten so gewaltige Blitze auf, dass der Bursche vor Angst zu schießen begann und dazu noch ausrief: "Ach Gottchen!" Sogleich versank die Truhe klirrend auf den Grund und das Unwetter legte sich. Am anderen Ufer erblickte er den Waldhüter, der dort Pferde hütete und den er wahrscheinlich hätte erschießen sollen.

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