Geldgräber werden gestört

From Pasakas un teikas
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Vor langer Zeit lebte einmal ein Waldhüter, der in der ganzen Gegend als Schatzgräber bekannt war. Er habe in seinem Wald nicht nur einen Geldtopf ausgegraben. Eines Nachts begab er sich auf den Kūjiņu kalns und begann zu graben. Als er eine ziemlich tiefe Grube ausgehoben hatte, wollte er sich ein wenig erholen und seine Pfeife rauchen. Er setzte sich auf den Rand der Grube, ließ seine Beine baumeln und zündete seine Pfeife an. Da hört er, dass in der Ferne der Wald unheimlich zu rauschen begann. Das Geräusch nähert sich dem Kūjiņu kalns. Die Bäume brachen, die Äste krachten, ein Wirbelwind fegte herbei. Verwundert schaut sich der Waldhüter um. Da sieht er: Eine prächtige Kutsche fährt ganz langsam die Landstraße, welche von Smiltene zum Mēŗi-Gut führt, entlang. Auf dem Kutschbock sitzt der Kutscher: In der Kalesche sitzen zwei schwarze Herren; zwei Rappen, deren Augen wie Kohlen glühen und aus deren Nüstern Feuer und Rauch kommen, sind vor die Kalesche gespannt. Der Wagen näherte sich schnell dem Kūjiņu kalns, ohne Bäume oder Sträucher zu berühren. Als er schon nahe war, erblickte der Waldhüter einen großen schwarzen Hund, der mit hängender Zunge und glühenden Augen der Kalesche vorauslief. Die Zunge des Hundes war so rot wie ein brennendes Holzscheit und so lang, dass sie fast die Erde streifte. Der Hund rannte geradeswegs auf die Grube zu, die der Waldhüter ausgehoben hatte und auf deren Rand er saß. Da machte sich der Buschwächter auf die Beine. Sobald er seine Beine aus der Grube gezogen hatte, fielen der Hund, das Gespann und die Fahrer alle zusammen in die Grube. Der Waldhüter hatte sich noch keine zehn Schritte von der Grube entfernt, als sich der Sturm schon wieder legte: Alle Bäume standen still und ruhig.

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