Geldgräber werden gestört

From Pasakas un teikas
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Von Līvāni wird erzählt, dass dort viel Geld gefunden worden sei, besonders in der sogenannten Bettlerbucht, wo sich der französische Friedhof befindet. Dort und in der näheren Umgebung haben Menschen oft verborgenes Geld ausgegraben. So wird erzählt, dass ein Kiesgräber mit seinem Spaten einen Tontopf zerschlagen habe, aus dem sogleich Silbergeld zu rieseln begann. Es war solches Geld wie es der Kiesgräber noch nie früher gesehen hatte. Er brachte das Töpfchen dem Gemeindeältesten, der es weiterschickte. Eines Tages kamen drei Herren aus einem fremden Land, um in Līvāni nach vergrabenem Geld zu suchen. Sie suchten danach in der Nähe der drei großen Kiefern. Es soll dort zu der Zeit begraben worden sein, als die Franzosen das Land fluchtartig verließen. Die Herren wühlten die Erde in der Nähe der großen Kiefern um, aber sie fanden nichts und fuhren davon.

Auch zwei Schmiede beschlossen nach dem Geld zu suchen. In dem leichten Sand fiel ihnen das Graben nicht schwer. Bald hatten sie eine tiefe Grube geschaufelt. Auf dem Grund erblickten sie einen Topf, der mit blanken Geldstücken gefüllt war. Sie erweiterten die Grube, ergriffen den Topf und begannen ihn heraufzuziehen. Das Geld im Topf glitzerte, dass es eine Freude war, es anzusehen. Aber der Topf war so schwer, dass sie ihn kaum heben konnten. Einer der Schmiede konnte nicht mehr den Mund halten und rief aus: "Himmel - wie schwer!" Sogleich fiel der Topf mit Getöse in die Grube zurück. Jetzt konnten sie graben soviel sie nur mochten - der Topf war nicht mehr zu finden. Beim Suchen verborgenen Geldes und anderer Schätze dürfe man nicht reden, sonst verschwindet sie.

Es haben auch noch andere Leute auf dem Franzosenfriedhof nach Geld gegraben. Sie fanden gerade einen mit Geld gefüllten Sarg, als sie eine Kalesche erblickten, die von zwei Pferden gezogen wurde und geradeswegs auf sie zu fuhr. Sie glaubten, der Fahrer sei ihr Großherr. Da sie fürchteten, er könnte ihren Fund entdecken, ließen sie den Sarg am Grubenrand stehen und versteckten sich hinter einem Strauch. Sobald sie sich von dem Sarg entfernten, verschwand die Kalesche wieder, als hätte es sie niemals gegeben. Da eilten die Geldsucher an den Sarg zurück, aber auch dieser war verschwunden: Nur die leere Grube gähnte sie an.

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