Das Geld bekommt derjenige, für den es bestimmt ist

From Pasakas un teikas
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Einmal fuhr ein Herr durch den Wald. Da bemerkte er einen Lichtschein und ließ den Kutscher die Pferde anhalten. Er stieg aus dem Wagen und näherte sich dem Licht (dem Feuer). Er sah einen alten Mann, der neben dem Feuer saß und es schürte. Der Herr bat ihn um Erlaubnis, seine Pfeife anzuzünden, und der Alte erlaubte es gern. Der Herr nahm ein Stück Kohle, legte es in die Pfeife und ging wieder davon. Aber als er sich ein Stück entfernt hatte, qualmte die Pfeife nicht mehr. Er kehrte zurück und erbat sich noch ein Stück Kohle. Der Alte gewährte sie ihm. Aber sobald er sich ein wenig von dem Feuer entfernt hatte, erlosch sie wieder. Der Herr kehrte noch einmal zurück und erbat sich nochmals Kohle. Der Alte gab sie ihm und sagte, er möchte nun nicht mehr zurückkommen. Der Herr kehrte zu seinem Kutscher zurück, sagte ihm kein Wort davon und befahl ihm weiter zu fahren. Aber die Pfeife war schon wieder erloschen. Zu Hause betrachtete er seine Pfeife und fand darin drei Dukaten.

Am nächsten Morgen nahm er einen Dukaten und warf ihn auf den Hof hinunter. Er wollte sehen, wer das Geld aufheben wird, denn für den war das Geld bestimmt. Er wartete den ganzen Tag. Als die Sonne bereits untergehen wollte, kam ein kleines Bübchen herbeigetrippelt und hob das Geld auf. Als der Herr heruntereilte, war es schon verschwunden. Am nächsten Tag handelte er ebenso, aber wieder konnte er das Bübchen nicht erwischen. Am dritten Tag ließ er eine Leiter anlehnen und wartete auf das Bübchen. Die Sonne wollte gerade untergehen, als es herbeigetrippelt kam, das Geld aufhob und wieder verschwinden wollte. Der Herr rief es an, da blieb es stehen. Der Herr kletterte hinunter, trat auf das Bübchen zu und fragte es: "Wessen Sohn bist du?" "Ich bin der Sohn einer Witwe." "Und wo lebt deine Mutter?" Das Bübchen antwortete: "In eurem Knechtshaus." Da fragte der Herr: "Und wo sind die zwei Dukaten?" "Zu Hause." Der Herr brachte ihn ins Haus und ließ ihm gute Kleider geben. Um Mitternacht fuhr er mit ihm zu der Stelle, an der er mit dem alten Mann gesprochen hatte. Der Alte schürte wieder sein Feuer. Als er das Bübchen erblickte, wurde er sehr froh und umarmte und küsste es. Dann verschwand der Alte und die Kohlen verwandelten sich in Dukaten. Der Herr nahm das Geld, behielt den Jungen bei sich und zog ihn groß.

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