Das Geld bekommt derjenige, für den es bestimmt ist

From Pasakas un teikas
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Ein Mann fuhr eines Abends spät durch den Wald von der Mühle nach Hause. Sein Pferd war sehr müde und der Mann ging neben der Fuhre her, damit das Pferd sie leichter ziehen konnte. Plötzlich hatte er das Gefühl, dass ihm jemand folgte. Er schaute zurück: ja, ein schwarzgekleideter Mann folgte ihm. Obwohl es recht dunkel war, konnte er doch sehen, dass der Schwarze nicht vom Bauernstande war. Er kam herbei, grüßte und erkundigte sich, ob er nicht bis Jankas mitfahren könnte. Obwohl das Pferd sehr müde war, wagte der Bauer nicht, dem Herrn die Bitte abzuschlagen. Während der Fahrt unterhielten sie sich über dies und jenes. Als sie aus dem Wald kamen, bat der Herr den Mann anzuhalten: Er habe sich erholt und wolle nun den geradesten Weg nehmen, aber für das Mitnehmen wolle er ihn entlohnen. Er habe zwar kein Geld bei sich, aber der Mann solle in der kommenden Nacht zum Hirtenberg an den großen Stein kommen. Dort werde er ein loderndes Feuer finden. Er solle sich nur nicht erschrecken und müsse sich nur hüten, den Namen Gottes anzurufen, denn dann würde das Feuer gleich erlöschen und er würde nichts finden. Sobald er zu graben beginne, würde ihn jemand um zwei Dinge bitten, die er versprechen müsse. Der Mann versprach denn auch in der kommenden Nacht — sobald der Mond untergegangen sein würde — zu kommen. Der Herr ermahnte ihn, gegen neun Uhr abends zu erscheinen.

Am nächsten Abend — sobald der Mond nicht zu sehen war — nahm der Mann einen Spaten und einen irdenen Topf und machte sich auf den Weg. Sobald er auf den Berg kam, erblickte er das Feuer, das auf dem Stein loderte. Der Mann fürchtete sich, denn er wusste, dass das der Ungute selbst war, aber den Namen Gottes rief er nicht an. Als er an den Stein trat, sah er, dass darauf viele, viele Glühwürmchen lagen. Da kam ein Fremder auf ihn zu und verlangte die versprochenen Dinge. Der Mann antwortete, er könne das lahme Huhn und den blinden Hund nehmen. Da ging der fremde Mann davon. Sogleich war die Geldkiste zur Stelle. Er öffnete sie und erblickte darin viele kleine Truhen, in denen Golddukaten lagen. Der Topf, den er mitgenommen hatte, erwies sich als zu klein. Deshalb trug er die ganze Kiste heim. Als der Schatzgräber nach Hause kam, fand er seine Frau tot und seine Stute verendet.

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