Das Geld bekommt derjenige, für den es bestimmt ist

From Pasakas un teikas
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Eine Bäuerin hatte einen Traum, in dem ihr gesagt wurde, dass in der Nähe der Brücke über die Ustabupe Geld in der Erde vergraben liege. Man müsse nur einen bunten Stier dort hinbringen, dann könne man das Geld bekommen. Am anderen Morgen erzählte sie ihren Traum ihrem Mann. Der war nicht faul: Von seiner Frau begleitet, brachte er den Stier zu der bezeichneten Stelle. Und wahrhaftig: Das Geld lag bereits auf der Erde, so dass er es auflesen konnte, ohne danach zu graben. Als sie das Geld eingesammelt hatten und sich gerade auf den Heimweg machten, erblickten sie einen Wolf, der sich auf den Stier stürzen wollte. Es tat ihnen leid um den Stier und die Frau meinte, sie sollten nicht zulassen, dass der Wolf den Stier reiße, denn das Geld hätten sie ja nun schon. Sie begann zu schreien und der Wolf ergriff sogleich die Flucht. Den Stier brachten sie wieder nach Hause. Einige Stücke des gefundenen Geldes tat der Bauer in seine Geldbörse, das übrige Geld verwahrte er gut. Kurze Zeit darauf veranstaltete der Bauer ein großes Festgelage, zu dem er Freunde und Verwandte einlud. Als sie an der Festtafel saßen, teilte der Bauer seinen Gästen mit, dass er im letzten Sommer viel Glück gehabt habe — was das für ein Glück das war, das sagte er nicht — und dass er deshalb zusammen mit ihnen feiern wolle. Aber plötzlich begann eine unsichtbare Kraft den Bauer von der Festtafel fortzuziehen. Er begann zu schreien und fragte, ob sie denn nicht sehen könnten, wer ihn fortreiße. Aber die anderen konnten nichts sehen. Schließlich begann die unsichtbare Kraft ihn in die Höhe zu heben, so dass die anderen Leute ihn festhalten mussten. Nun fiel es dem Bauer ein, dass er einen Teil des gefundenen Geldes bei sich hatte. Da bat er seine Gäste, ihn hinauszulassen, denn nun wisse er, wie er sich helfen könne. Als er hinausgegangen war, warf er seine Geldbörse in den Hopfengarten. Sofort wich die unsichtbare Kraft von ihm. Er verbrachte einen fröhlichen Abend mit seinen Freunden und glaubte, dass er ja noch einen Teil des Geldes, das er gut verwahrt hatte, besitze. Am nächsten Morgen ging er in den Hopfengarten, um nach seiner Geldbörse zu sehen: Sie lag zwar da, aber sie war leer. Das übrige Geld, das er im Vorratshaus verwahrt hatte, war ebenfalls verschwunden.

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