Das Geld bekommt derjenige, für den es bestimmt ist

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Vor etwa 80 Jahren träumte ein Schneider auf dem Kronhof Briedenieki gleich zweimal hintereinander, dass unter den Wurzeln irgendeiner Birke eine Geldkiste vergraben sei. Er solle sie binnen einer halben Stunde ausgraben und fortbringen. Der Schneider erzählte den Traum auch dem Bauer und nun machten sich beide in der nächsten Nacht auf den Weg, um danach zu suchen. Sie gingen eifrig ans Werk und hatten nach einer halben Stunde die Kiste ausgegraben. Aber sie war so groß und so voll, dass sie gar nicht daran denken konnten, sie in ihre Wagen zu heben. Es war nichts zu machen: Sie zerschlugen die Kiste und schütteten 14 Eimer Geld- und Silbergeld in die Säcke. Am nächsten Morgen hatte jedoch jemand von der Gutsverwaltung die Teile der zerschlagenen Kiste gefunden und gelangte — der Wagenspur folgend — auf den Hof der Geldgräber. Der Bauer hatte das Geld selbstverständlich bereits an einem sicheren Ort verwahrt und behauptete, dass er nichts von der ganzen Sache wisse. Der Gutsverwalter ließ jedoch nicht locker und übergab die Sache dem Stadtgericht von C. Der Bauer schwor jedoch vor dem Gericht, dass er nichts, aber auch gar nichts von dem Geld wisse, und so verblieb es denn auch.

Viele Jahre später, als der Schneider schon längst unter dem Rasen ruhte und der Bauer auch bereits mit einem Bein im Grabe stand, wies er einmal, als er sich bei einem Festgelage einen kleinen Rausch angetrunken hatte, nach einem Stück Moorland und sagte, dass dort 14 Eimer Gold und Silber vergraben seien. Er habe das Schwurgeld in seinem Leben nie angerührt und wünsche auch nicht, dass andere Leute nach dem Unglücksgeld suchten. Aber diese suchten das Moor mit Spießen und Stangen ab, fanden jedoch nichts. Es wird auch erzählt, dass in jenem Moor eine Kriegskasse vergraben worden sei.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox