Verschiedene Sagen über Geld

From Pasakas un teikas
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Bei einem Bauer lebte ein junger Bursche als Knecht. Eines Tages schickte der Bauer ihn an einen entfernten Ort. Der Knecht machte sich eilig auf den Weg. Unterwegs verschlechterte Sich das Wetter sehr, es begann zu regnen und er konnte nur mühsam vorwärtskommen. Da erblickte er eine kleine Hütte. Er war sehr müde und wollte sich in dem Hüttchen ausruhen. Er betrat es und fand es ganz leer. Ermüdet legte er sich gleich hin und war bald darauf tief eingeschlafen. Plötzlich hörte er im Schlaf, dass jemand aus vollem Halse dreimal rief: "O weh, o weh, wer wird mich nehmen?" Als er erwachte und keine Menschenseele sah, dachte er, dass es in dem Hüttchen wohl spuke. Er setzte sich auf und fragte: "Ist hier jemand?" Aber niemand antwortete ihm. Da glaubte der Bursche, dass er nur geträumt hätte und legte sich wieder schlafen. Aber sobald er die Augen geschlossen hatte, hörte er wieder dieselbe Stimme, die dreimal hintereinander rief: "O weh, o weh! Wer wird mich nehmen?" Der Bursche erwachte und sagte: "So komm doch her, ich werde dich nehmen!" Er stand auf und ging in die Richtung, aus der die Stimme ertönt war. Zu seiner größten Überraschung fand er in der hintersten Ecke eine große Geldtruhe. Darüber war der Bursche so froh, dass seine Müdigkeit verflog. Nun brauchte er nicht mehr zu schlafen. Er eilte nach Hause, so schnell er nur konnte. Nachdem er von seinem Bauer Pferd und Wagen erhalten hatte, kehrte er zu dem Hüttchen zurück, um die Geldtruhe zu holen. Der Bursche lud sie auf den Wagen und brachte sie nach Hause. Er war so reich geworden, dass er nun nicht mehr beim Bauern dienen musste, sondern von seinem eigenen Geld gut leben konnte. Der Bursche hatte jetzt soviel Geld wie der Teufel Spreu.

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