Verschiedene Sagen über Geld

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Auf dem Auniņi-Hof von Kēči befindet sich ein kleines Moor. An einer Stelle soll dort eine Kiste mit Goldgeld versenkt worden sein.

Einmal rührte der Hirtenjunge mit einer Stange das Moorwasser an jener Stelle und sprach: "Komm hervor, liebes Geld komm hervor. Ich will dir eine Kuh geben, ich will dir einen Stier geben!" Sobald er die Worte ausgesprochen hatte, tauchte die Geldkiste an der Wasseroberfläche auf. Froh zog er sie ans Land. Aber in demselben Augenblick merkte er, dass zwei Wölfe hinter seinem Rücken seine Herde überfielen: Der eine riss die versprochene Kuh, der andere den Stier. Da ließ er die Geldkiste am Rand des Wasserloches stehen und beeilte sich, die Hunde auf die Wölfe zu hetzen. Die Wölfe entflohen. Jetzt kehrte er zu der Geldtruhe zurück, aber die ließ sich nicht mehr festhalten: Tosend versank sie in das Wasserloch.

Auf dem Grund des Brendi-Hofes von Kēči hat sich an mehreren Stellen Geld gezeigt. Einmal ist dem Hofbauer ein altes Männchen im Traum erschienen, der ihn aufforderte, sogleich aufzustehen und in den alten Stall zu gehen, um dort Geldtöpfe zu holen. Der Bauer ging hinaus und sah, dass in dem alten Stall ein Feuer loderte, so groß wie das Lagerfeuer der Nachthüter. Der alte Stall hatte keine Tür mehr. Da glaubte der Bauer, dass der Stall brannte und lief ins Haus zurück, um andere Leute zu wecken.

Die Anderen sprangen auf und folgten ihm: Aber da war von dem Feuer nichts mehr zu sehen. Jetzt wurde es ihm klar, dass das der Geldtopf gewesen sein musste, und nun tat es ihm leid, dass er die anderen Hausbewohner geweckt hatte. Aber was zu spät ist, das ist zu spät.

Ein anderes Mal hat derselbe Bauer beim Pflügen einen Geldkrug mit der Pflugschar aus der Erde geholt. Aus Überraschung rief er unglücklicherweise aus: "Welcher Teufel mag denn den hier vergraben haben!" Da ist das Geld noch im selben Augenblick wieder verschwunden.

Auch der Knecht des Brendi-Hofes hatte einen Traum. Er träumte, dass auf dem sogenannten Apfelbaumacker, etwa zehn Schritte von dem Apfelbaum gen Osten, sei unter drei Steinen ein Geldtopf vergraben. Wenn er das Geld ausgraben und behalten wolle, so solle er mit niemandem darüber sprechen. Der Knecht gehorchte jedoch nicht und erzählte seinen Traum dem Bauer. Sie machten sich auf, um gemeinsam nach dem Geld zu suchen. Sie gruben und gruben, bis sie auf die drei erwähnten Steine stießen, aber von Geld fanden sie keine Spur. In der nächsten Nacht wurde der Knecht im Traum ausgescholten: "Das geschah dir recht! Warum bist du nicht allein gegangen, um nach dem Geld zu graben?"

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox