Verschiedene Sagen über Geld

From Pasakas un teikas
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Comments: Daselbst (VII, I, 1146, 2) ist ein Bericht nach "Rigasche Zeitung" abgedruckt (1888, "Balss" Nr. 15), lt. dem in Valka ein Zauberer vor Gericht gestellt wird, weil er mit verschiedenen abergläubischen Handlungen vergrabenes Geld ausfindig zu machen versprochen hatte. K. Bankers hat eine Sage von Geimans in Sīkrags an Dundaga aufgeschrieben, nach der ein Mann mit Hilfe einer rollenden Kugel die goldene Uhr findet, die ein Seemann verloren hatte (LP, VII, I, 1148, 4).


Eines Abends, in der Dämmerung, kam zu dem Bauern Sila-Miķelis ein fremder, sonderbar gekleideter Mann, der ein großes Buch unter dem Arm und einen merkwürdigen eisernen Stock in der Hand trug. "Ich muss euch ein Geheimnis anvertrauen," sagte der Fremde, und führte Sila-Miķelis zur Seite. "Auf eurem Feld — sicher habt ihr schon davon gehört — befindet sich in der Nähe der alten Eiche eine große Geldtruhe mit Gold und Silber, die dort vergraben liegt. Ich kenne einen anderen weisen Mann, der solches Geld auffinden kann. Er hätte es schon längst ausgegraben, aber er hat nicht gewagt, so nahe am Haus zu arbeiten, weil er befürchten musste, jemand könnte ihn entdecken. Ich dagegen bin genügsam. Wenn ihr mir ein Drittel des vergrabenen Geldes versprecht, so will ich es finden und ausgraben. Ich glaube, dass das Geld reichen würde, um uns beide wohlhabend zu machen." Die Leute hatten tatsächlich schon oft davon gesprochen, dass auf dem Feld des Sila-Miķelis — in der Nähe der alten Eiche — eine Truhe mit Geld vergraben sei.

Sila-Miķelis, der sehr leichtgläubig war, hörte sich das mit klopfendem Herz an. Froh über solche Aussichten, versprach er dem Fremden sogar die Hälfte des Schatzes, sollte es ihm nur gelingen, an das Geld heranzukommen. Nachts um Zwölf begaben sich beide mit Spaten aufs Feld hinaus. Der Fremde begann mit seinem eisernen Stock auf dem Feld herumzustochern. Dann schlug er das große Buch auf und las unverständliche Worte daraus mit einer Stimme vor, die dem Sila-Miķelis ordentlich Angst einjagte. Danach zeigte er dem Bauer, an welcher Stelle er graben sollte. Nachdem sie das eine Weile getan hatten, stießen sie tatsächlich auf eine große und schwere Truhe, die sie nur mit äußerster Mühe herausholen und nach Hause schleppen konnten. Dort schlug der Fremde wieder das große Buch auf, las unverständliche Worte daraus vor und schlug mit seinem Eisenstock an alle Ecken der Truhe. Schließlich wurde er nachdenklich, wandte sich ab und sagte zu dem Bauer: "Wir haben die Truhe zu einer ungünstigen Stunde ausgegraben. Wenn wir sie jetzt öffnen würden, dann würde sich das Geld nur in Kohle verwandeln und wir hätten nichts davon."

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