Menschen verwandeln sich gern in Werwölfe

From Pasakas un teikas
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Comments: Liepiņš aus Engure hat eine Sage aufgeschrieben, in der eine Bäuerin unter einer Wurzel hindurchkriecht und sich in eine Werwölfin verwandelt (LP, V, 124, 44, 8). In der Gegend von Jelgava ist eine Sage aufgezeichnet worden, dass man am Morgen des Jurģis-Tages (St. Georgstag) noch vor dem Sonnenaufgang Schüsse aus der Büchse in die Richtung abzufeuern pflegte, aus der Werwölfe erwartet wurden (V, 124, 44, 5.) Mūrnieks aus Valka schreibt, dass eine Bäuerin aus der Teigmulde gesprungen und als Werwölfin davongerannt sei (VII, I, 853, 9). Jānis Freimanis aus Bērznieki berichtet, dass ein junger Bursche ins Gebüsch gelaufen sei und sich dort in einen Werwolf verwandelt habe (VII, I, 855, 2). E. Jurkovska aus Using schreibt, dass "der Knecht sich auszieht, seine Kleider unter einen Strauch legt und sich — in einen Werwolf verwandelnd — im Wald verschwindet" (VII, I, 855, 1). A. L. P. hat die Geschichte, die ihm K. Čipiņš aus Džūkste erzählt hat, notiert, "in der es heißt, dass "ein Wanderer in Wolfsgestalt" junge Mädchen erschreckte (VII, I, 857, 1). D. Ozoliņš aus Jaunroze schreibt, dass ein Bauer auf die gleiche Weise seinen Knecht erschreckt habe (858, 2). Mūrnieks aus Valka schreibt auch noch, dass eine Bäuerin als Werwölfin eine Hochzeitsfeier verlassen hatte. Jäger haben sie erschossen, aber "unter dem Wolfsfell fanden sie neue rote Bundschuhe", an welchen sie die verschwundene Bäuerin erkannt haben (894, 3). Nach der Sage, die Audzis aus Inciems schreibt, hat die Frau eines Knechtes, der als Werwolf fortgelaufen war, die Kleider ihres Mannes an einen anderen Platz gelegt und nun konnte er sich nicht mehr in einen Menschen zurückverwandeln (885, 12.). P. Š.


In früheren Zeiten gab es einige Menschen, insbesondere Hexen, die sich in Werwölfe verwandeln konnten. Diese Werwölfe überfielen Schafe genauso, wie es die wirklichen Wölfe tun, und sie rissen auch andere Haustiere. Es war möglich, sich in einen Werwolf zu verwandeln, wenn man unter einen Baum, dessen Wipfel sich bis zur Erde geneigt hatte, hindurchkroch. Einige junge Birken, die im Dickicht stehen, pflegen so krumm zu wachsen. Am besten war es, wenn der Wipfel bereits Wurzeln in der Erde geschlagen hatte. Eine Sache war dabei wichtig: Wollten sich die Werwölfe wieder in Menschen verwandeln, so mussten sie unter einem solchen Baum wieder zurückkriechen. Einmal schleppte sich eine Hexe in den Wald, wo ein derartiger Baum stand. Ihr Nachbar hatte sogleich begriffen, was sie vorhatte. Deshalb ergriff er eine Axt und eilte ihr nach. Sobald sich nun die Hexe in eine Werwölfin verwandelt hatte, hackte er den Baum ab und verbrannte ihn. Gegen Abend kam die Werwölfin angerannt und suchte nach dem krummen Baum, aber vergeblich. Zwei Jahre lang lief sie kreuz und quer durch den Wald, um einen solchen Baum zu finden. Im dritten Jahr schließlich gelang es ihr, einen Entsprechenden zu finden. So konnte sie sich wieder in einen Menschen verwandeln. Aber wie kam sie nur wieder heim, ausgetrocknet, abgemagert! Die Werwölfe halten sich gern unter den wirklichen Wölfen auf, aber dann dürfen sie nicht an der Windseite stehen, sondern müssen immer aufpassen, dass sie sich im Windschatten bewegen. Andernfalls erkennen die Wölfe sie an der Witterung und zerreißen sie.

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