Menschen verwandeln sich gern in Werwölfe

From Pasakas un teikas
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In der Stukmaņi-Gemeinde gibt es Vilkaču mājas (Werwolfhof). Auf jenem Hof lebte ein alter Mann, von dem die Leute erzählten, dass er sich in einen Werwolf verwandeln könne. Damals hütete ein Hirtenmädchen das Vieh jenes Hofes. Aber ein sonderbarer Wolf ließ weder die Herde noch die Hüterin in Ruhe: Er kam herbeigelaufen, rannte ein paarmal um die Herde herum und verschwand dann wieder, ohne einen Schaden angerichtet zu haben. Da dachte das Hirtenmädchen bei sich: "Was mag das, nur für ein Wolf sein? Er nimmt ja nichts!" Als der Wolf jedoch immer wieder kam, dachte die Hirtin: "Da mag man doch sagen, was man will, das kann kein gewöhnlicher Wolf sein! Wenn es nicht etwa unser Alter selber ist?" Und sie sagte: "Warte nur, ich werde dich schon noch erkennen, wenn du noch einmal kommst!" Gesagt, getan. Am nächsten Tag war der Wolf wieder zur Stelle. Diesmal rief das Hirtenmädchen zornig aus: "Ach du niederträchtiger Wolf! Wenn du nur nicht der Werwolf von unserem Hof bist?" Kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen, zeigte der Wolf die Zähne, als würde er lächeln und trottete dann beschämt davon. Seit diesem Tag hat man ihn weder gesehen noch gehört. Denn der Wolf war wirklich niemand anders als der Alte, der als Werwolf zur Hütung gelaufen war.

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