Menschen verwandeln sich gern in Werwölfe

From Pasakas un teikas
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Der Bauer und sein Knecht pflügten den Acker. Auf der anderen Seite des kleinen Birkenhaines weideten Hirten das Vieh. Der Bauer verschwand von Zeit zu Zeit in den Hain und auf einmal begannen die Hirten zu schreien: "Der Wolf! Der Wolf!" Eines Tages folgte der Knecht heimlich dem Bauer in den Hain, um zu sehen, was er dort trieb. Da sah der Knecht, dass der Bauer an eine große Eberesche trat, sich nackt auszog und unter der Wurzel des Baumes dreimal hindurchkroch. Danach hatte er sich in einen Werwolf verwandelt. Nachdem er die Hirten auf diese Art erschreckt hatte, kroch er unter der Wurzel hindurch wieder zurück. Aber einmal — während der Bauer die Hirten gerade erschreckte — packte der Knecht seine zurückgelassenen Kleider und brachte sie zu den Pferden auf den Acker. Kurz darauf war der Werwolf zur Stelle. Er setzte sich vor den Knecht hin und weinte so bitterlich, dass ihm die Tränen über die Schnauze rollten. Da erbarmte sich der Knecht des Bauern und gab ihm die Kleider zurück, denn er wusste sehr wohl, dass der Bauer immer ein Werwolf bleiben musste, wenn er seine Kleider nicht zurückbekam. Der Werwolf ergriff sie und verschwand damit in den Hain. Bald darauf kehrte er als Mensch auf den Acker zurück. Aber von dem Tag an gab er sein Amt als Werwolf auf.

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