Menschen verwandeln sich gern in Werwölfe

From Pasakas un teikas
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Früher soll in unserer Gegend ein Mann gelebt haben, der niemals mit anderen zusammen zur Badestube ging. Er kam erst dann, als alle anderen sich bereits gebadet hatten. Einmal jedoch kehrten zwei junge Burschen sehr spät von der Arbeit heim und beeilten sich, noch vor Mitternacht zur Badestube zu gehen. Aber gerade um die Zeit war der Mann dort. Die Burschen machten sich aber nichts daraus. Sie kletterten zu ihm auf die Schwitzbank. Der eine Bursche aber hatte die folgende Angewohnheit: Nach jedem Schwitzen begoss er sich mit kaltem Wasser. So auch diesmal: Er nahm ein Gefäß mit kaltem Wasser auf die Schwitzbank mit und begoss sich von Zeit zu Zeit damit. Da schrie der Mann ihn an: "Hör mal, bespritze mich nicht mit dem kalten Wasser, sonst kommt der Schwanz hervor!" Da dachte der Bursche, der Mann scherze, und begoss sich nun erst recht weiter. Dann schrie der Mann ihn schon recht zornig an: "Hör doch mit der Spritzerei auf, siehst du denn nicht, dass der Schwanz schon hervorkommt?" Der Bursche dachte bei sich: "Der ist aber unverträglich! Als wenn das ein großes Unglück wäre, wenn er ein paar Tropfen des kalten Wassers abbekommt!" Und er begoss sich ruhig weiter mit kaltem Wasser. Aber kaum hatte ein dritter Tropfen des kalten Wassers den Mann bespritzt, als dieser auch schon von der Schwitzbank aufsprang und als Werwolf mit einem langen Schwanz zur Tür hinauslief.

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